Donnerstag, 26. März 2009

Gelbe Pest

Hier ein komplett fertig geschriebener Track, der in einer Nacht entstanden ist, nachdem ich einen übelst geilen beat gefunden hab. Leider noch nicht dazu gekommen ihn ma aufzunehmen, aber das kommt noch ;). Vorab die lyrics dazu; die beiden letzten Strophen kann ich nur wärmsten empfehlen :D.


Gelbe Pest

Deine Hood ist mein Klo,
was glotzt du so?
Fängst du an zu rappen, erntest du nur Spott und Hohn,
Das hat ein guten Grund, 
du bist ein Hurensohn,
Hängst du mir am Arsch, hau ich dich gleich aufn Boden,
Was guckst du so..
deiner Freundin hats gefallen,
Ich lass die Sektkorken und sie sich von mir knallen,
Sie spinnt, greift nach meim Schwanz,
verschluckt ihn ganz,
Bettelt "Bitte stopf mich wie ne Weihnachtsgans"
Da sag ich doch nicht nein,
nimm mein drittes Bein,
Fick ihr Loch...doch ihr Loch ist zu klein,
Drauf geschissen, aber nich im übertragenen Sinn,
Auf das Gesicht, es läuft runter ihr Kinn
Neun Monate später; sie kriegt ihr Kind,
Ich streit es ab, doch zahl Unterhalt: 2 Cent,
Mit dem gesparten Geld,
ab zu Mercedes Benz,
HI, ich bin der Klischee-Ausländer, wie ihn jeder kennt!



Hook: (2x)

S-M-I-S
Smisery ich komm, ich bin die gelbe Pest.
S-M-I-S,
Studentenrapper, der dich grundlos stresst



Bin der größte Chiller, ich bin ständig am baun,
Du kriegst ne Vorlage: mobb mich für meine Schlitzaugen,
Und schon wieder verschissen,
ich kann dich besser dissen,
Du versuchst mich zu battln, ich lach dich aus und geh erstma pissn,
Auf dein Losergesicht, auf den Skill, den du nich hast,
Du hast den Flow verkackt,
schau dich an du Spast,
Wen fick ich grad, das sind wie Selbstgespräche,
Deine "Crew" wie imaginäre Feinde, die ich von der Bühne fege,
Ich hab ein schönes Leben,
das ich heg und pflege,
Du NICHTS, nich ma ne Mama, denn du bist ein Pflegel,
Schaut mich an sagt an,
findet ihr mich arrogant?
Ich bitte darum! Denn ihr habts eh nich in der Hand!
Ich hab gehört es steht mir und ich werds niemals ändern,
Ihr mögt mich nich? Ich kann es euch nich verdenken,
Ich bin zu gut für euch, ihr zu schlecht für mich,
Nehmt das jetzt nich zu ernst, das war bloß die Hyperbel im Gedicht,
 

Hook(2x)

Bridge:
Ich kann nicht rappen und noch schlechter singen,
Doch komm ich ins Game hör ich die Kasse klingeln,
Jetzt wird es Zeit für ein paar ernste Worte,
Ich bin ein Assi von der schlimmsten Sorte,


Ich bin ein Arschloch, ich weiß es, doch was soll ich machen?
Gib mir nen gut gerhymten Rat und ich werd dir den Schwanz abhacken,
Verdammt es is schon wieder passiert
ihr habt schon wieder kassiert,
Und zwar lyrisch wie physisch, das hier ist wie Krieg,

Doch für ehrliche Worte ist es niemals zu spät, 
Ganz ehrlich? Ihr habt keine Ahnung wie es mir geht,
Stäändig einen auf übercool zu machen,
Und doch zu wissen, dass die meisten ein' hassen,

Meine Fäkaliensprache eigentlich nur ein Ventil,
In der Hoffnung, dass mir iiiirgendjmd zuhörn will,
Das ist mein Charakter, meine kaputte Natur,
Keine Aggressivität, temperamentvoll nur!
Hook 2x
Outro

Samstag, 7. Februar 2009

Guck mich an du Wichser und sei einmal ehrlich,
Siehst du einen Korrekten oder bin ich für dich dich entbehrlich,
Bin ich es wert von dir die Wahrheit zu hörn, oder belügst du mich?
Sind wir miteinander cool oder eher nicht?
Siehst du Skill in Person oder nur mein Japsengesicht?
Siehst du nen überstraighten Gee oder jmd. der unsicher ist,
Ob die Leute ihn akzeptieren und wie er sich verhalten soll,
Bevor ihn irgendwer verletzt, nennt er ihn lieber "HURENSOHN",
Und wenns ein Mädchen is: dann halt ein Hurensohn-Enkelchen,
Du findest das übertrieben, hälst Frauen für Engelchen?
Du bist ein Spast,weil du keine Ahnung hast,
Du empfindest Rap als eine Beleidigung, dabei ist es nichts als Spaß,
An der Lyrik, dem rhymin, jedenfalls geht es mir so,
Du findest das nicht adäquat, geh mit deinen Kindern in Zoo!
Sowas ist hart, das ist doch kein Habitat,
Und jetzt erzähl mir noch einmal etwas von "adäquat",
In der Tat,
Ich fick deine Mutter 2-3 mal die Nacht,
Sie ist immer noch so eng, hat dein Papi nichts gemacht?
Du bist ein Spast, eine Nutte
Eine Schlampe deine Mutter,
Leg dich nich mit mir an du Toy,
Du würdest es bereun,
Du willst mich ficken, doch das wäre ziemlich peinlich,
Denn selbst deine Mutter hat mehr Schwanz als du wir sind uns einig,
Sie bläst mir ein und ich brüll "schnell beeil dich!
Dein arschgeborener Sohn guckt uns zu, aber heimlich,"
Ich komm jeden Abend zu dir nach Haus mit nem Dicken,
Wenn ich will greif ich deiner Mutter gleich an die Titten,

Immer dasselbe: immer dieses undifferenzierte Geschwätz,
Rap sei nur Gewalt, Drogen und Sex,
Doch ich hab was los zu werden und Rap ist mein Ventil,
Schimpfwörter meine Prosa, nenn mich ruhig infantil,
Die Leute wolln einfach nicht verstehen, dass ich sie nicht beleidigen will,
Ich bin nur immer sehr direkt und ehrlich, auch das nenn ich Skill,
Ihr haltet mich für ein unreifes Kind, ich weiß es,
Doch guck mich an, ich denk mir "scheiß drauf heißt es",
Das Bewusstsein meiner Erscheinung hab ich, trotzdem änder ich mich kaum,
Einzig die krassen Hasstiraden von damals halt ich im Zaum,
Und bis jetzt soll das mein letzter Rhyme an euch Ficker sein,
Hasst mich weiter, doch auch ihr habt keinen Heiligenschein

In Gedanken bei der Einen

Ich muss ehrlich zugeben, ich bin dir dankbar,
Gott, dass du mich segnest mit dem Mut eines Panthers.
Sie endlich anzusprechen, eigentlich war es nicht schwer,
Kein Ding, wo kommt dieses gute Gefühl denn nur her?
Meine Lunge voller Teer, doch trotzdem stark wie ein Bär,
Strick ich die Konversation weiter,
rede locker daher,
Bin ich deswegen der Neger,
oder ein „japs“iger Faker,
Egal ich wünsch ihr nen schönen Tag, sag wir sehn uns später,
Doch später – seh ich sie wartend auf den Bus,
Der sie mir wegnimmt, ich rauch gleich drei Kippen aus Frust,
Danach RAF ich mich auf, sag mir selber „scheiß drauf“
Um sie wieder zu sehen, nehm ich alles in Kauf,
Schreibe Text für Text,
denke nur an Sex,
Aber nur mit der Einen, alles andere wäre verhext,
Jetzt,
bet ich wieder zu dir,
Bring sie bitte wieder zu mir,
Ansonsten weißt du was passiert, ich werde wieder zum Tier

Mein Ziel war es doch immer nur bewusst zu leben,
Nie genügsam sein, immer nach dem besten streben,
Ich sags mir immer wieder, doch bleib dauernd stehn,
Guck mich um und kann immer nur dasselbe sehn,
Der gleiche Scheiß - ein anderer Tag,
Es ist ein Fluch, ne Plage, und ich habe längst verzagt,
Weiß nicht ein, nicht aus,
fühl mich wie ne Maus,
NEIN, eigentlich sogar wie die Kakerlake unter dem Haus
Wo soll ich hin
wo ist mein Lebenssinn?
Hab ich überhaupt eine Zukunft als das Arschloch, das ich bin?
Ich glaube nicht,
ich bin ein Wicht,
Ein Messer das sticht,
fast jeden Tag dich,
Doch was interessiert es dich, 
es wundert mich,
Wenn du mich siehst, hau ab, sonst fick ich dein Gesicht 

Erweiterung des Blogs

Nachdem ich leider nicht mehr die nötige Zeit habe, Artikel zu schreiben, die meinem Anspruch, möglichst komplett und ausdifferenziert geschrieben zu sein, habe, werde ich jetzt dazu übergehen, den Blog mehr für persönlichere Sachen zu nutzen. 

Anfangen werde ich mit lyrischen Texten, auch raplyrics genannt ;).

Ich möchte betonen, dass alles was ich schreibe, zwar das widerspiegelt, was ich irgendwo denke, aber wie alles was ein Mensch denkt, denkt er auch an Sachen, die er nicht zu Ende denkt. Soll heißen, die Texte sind, im Gegensatz zu einem guten Artikel, nur momentane Ausschnitte der Gefühlswelt einer Person, deren Meinung sich, diesmal nicht im Gegensatz zum Autor von Artikeln, natürlich auch ändern und/oder erweitern kann und dies auch ständig vollbringt.

Gru´ß

SMis, mein neues altes Pseodonym

Freitag, 17. Oktober 2008

Über den Fetischcharakter des Geldes

Im Zuge der zur Zeit anhaltenden "Finanzkrise" wird traditionell nach Marx Engels und Co und ihre Ideen vom staatlichen Sozialismus und der Kritik am ungehemmten Kapitalismus geschrien. Auf einmal ist Kapitalismus und das jahrzehnte lange Spekulieren auf Kosten von Dritte-Welt-Ländern, die ohne Rücksicht auf Verluste schamlos ausgebeutet werden, schlecht ja schon fast ein Unding und wie konnte niemand davor warnen und und und. 

In diesem Sinne wird nicht nur über kommunistische Ideen geredet, spekuliert und diskutiert, sondern auch über das kapitalistische Finanzsystem, das uns beherrscht und welches uns dazu (unbewusst) anstiftet mitzumachen, wie auch über die damit verbundene Geldwirtschaft, geredet.

Hier ein interessantes Interview das mit Christoph Deutschmann, einem Soziologen, der an der Universität Tübingen lehrt, geführt wurde. Es geht um den sog. Fetischcharakter des Geldes, eine Anspielung auf Marx' "Das Kapital", in welchem er gleich zu "Beginn" des ersten Kapitels über den Warenfetschismus (und sein Geheimnis) refferiert.

Hier der Linke http://www.taz.de/1/zukunft/konsum/artikel/1/geld-erfuellt-religioese-funktionen/

Donnerstag, 16. Oktober 2008

Studiengebühren

Nachdem ich mein Abitur mit einem mehr oder weniger akzeptablen (für die meisten Unis in Deutschland für meinen "Traum-studiengang" (medizinische) Biologie eher inakzeptablen...) Schnitt hinter mir habe, studiere ich zur Zeit für mind. 1-2 Semester an der Universität Bielefeld "Bioinformatik und Genomforschung". Positiv aufgefallen sind mir gleich am ersten Tag, etliche linke Organisationen und Aktionen. Was dabei natürlich zur Sprache kommen MUSSTE war und ist immer noch das leidige Thema Studiengebühren:

Klar, Studiengebühren, sind u.a. bzw zum größten Teil Gebühren, die für höhere (manche neofaschistische Studentenverbindungen proklamentieren es stolz auch gerne als elitäre) Bildung (die eigentlich jedem und jedem frei zugänglich sein sollte) erhoben werden.

Aber wie sinnvoll ist es, zu fordern, Studiengebühren abzuschaffen? Um diese Frage zu beantworten, muss man ein wenig weiter ausholen und sich klarmachen, wer diese Studiengebühren bezahlt und wohin diese fließen.

Gerne wird von studentischen Organisationen verkündet, dass Studiengebühren selektierend seien und die "falschen" bestrafe. Das dies aber im großen Stil geschehen solln, bezweifle ich stark!

Denn man muss sich einmal genauer anschauen wer studiert: Ich habe zwar leider gerade keine offziellen Quellen dazu auf Lagern, aber es ist eine bekannte Tatsache, dass der größere Teil (so weit ich in Erinnerung habe ca 6 von 7) aus Familien stammen, die selber einen akademischen Bildungsweg hinter sich haben. D.h. die Wahrscheinlichkeit, dass ein Arbeiterkind studiert, liegt statistisch gesehen bei einem siebtel (dabei reicht allerdings ein studierter Elternteil, wobei jeglicher Hochschulweg zählt!). Die die Studiengebühren also zahlen müssen, sind also entweder die Eltern dieser Menschen, oder zumindest offziell Menschen, die "zufällig" Eltern haben, die es sich leisten können, ihr Kind studieren lassen zu "dürfen". Studiengebühren "bestrafen" also, wenn man so will, durchaus das richtige Klientel.

Selektion wird an diesem Bildungszweig also kaum durch Studiengebühren erreicht. 

Selektion als solche, beginnt nämlich schon viel viel früher, nämlich spätestens im Alter von etwa zehn Jahren, in denen entschieden wird, auf welche weiter führende Schule ein Kind geht. Die Eltern dürfen zwar grundsätzlich ihr Kind auf ein Gymnasium schicken, ABER die meisten (und es sind deutlich die meisten) folgen dem Rat der Grundschullehrer/in. Dass GrundschullehrerInnen aber weniger nach den Noten (die übrigens auch zu einem gewissen Teil, Resultat des familiären Hintergrunds ist) als mehr nach dem Stand der Eltern entscheiden ist auch bekannt. Denn ein Kind dessen Eltern zur unteren Mittelschicht oder, man wage es kaum, sogar ein "Hartz-4" Kind ist, kann unmöglich sich z.B. bei Lernschwierigkeiten im Gymnasium (und die meisten Studierenden kommen eben aus den klassischen Gymnasien), mittels Geldmangel an z.B. einen NachhilfelehrerIn wenden,...oder?

Solange also in einem von grundauf selektierenden Schul- und Bildungssystem (in Deutschland) die Selektion schon im Kindes- (oft genug auch schon im Kleinkind-) alter an anfängt, braucht man sich am Ende dieses Bildungsweges nicht damit abmühen, den letzten Selektionsschritt derart fanatisch fast anzugehen. Stattdessen bin ich aber natürlich durchaus dafür, Möglichkeiten zu errichten, potenziellen Studierenden, die im Prinzip letztlich nur das Geld davon abhält, ein passendes Studium zu ermöglichen. 

Genau so wichtig ist es dann auf der anderen Seite natürlich auch, das Geld, das durch Studiengebühren eingenommen wird, sonnvoll und gerecht zu verteilen; seis in das Studentenwerk, welches sich um viele elementare Dinge, wie Semestertickets für den Nahverkehr oder Essen kümmert, seis aber auch in die Forschung usw. 

Dass hier im Sinne der Studierenden entschieden wird, dafür sorgt und kontrolliert u.a. der ASta und dies soweit ich weiß mit entscheidenden Erfolgen!

"Rassen"-Trennung Rival

Nach länger Abstinenz mangels Zeit, mal wieder ein neuer Blogeintrag. Da ich auch für die Zukunft nicht sehe, wann, wie und wie oft ich Zeit fürs bloggen haben werde, werde ich wohl verstärkt dazu übergehen, Artikel aus mehr oder weniger bekannten Zeitungen (linke, wie z.B. "TAZ", "jW" oder "nD", aber auch rechte Äquivalente, wo von der parlamentarischen extreme wohl als Paradebeispiel die ultrarechte Zeitung "junge Freiheit" zu nennen ist) zu exerpieren und zu kommentieren, dahergehend die angesprochenen Themen überhaupt ins Bewusstsein zu rücken.

Ich fange an dieser Stelle an mit einer Nachricht, die einen neuen Parlamentsbeschluss Italiens behandelt, der offebar rassistisch motiviert ist:

Es geht um die Trennung von immigirierten und einheimischen Kindern in Schulen! Auf Antrag der fremdenfeindlichen Regierungspartei Lega Nord, dem das Abgeordentenhaus zustimmte, werden zukünftig seperate Klassen eingeführt, in denen Kindern ohne "ausreichende" Italienischkenntnisse verfügen, unterrichtet werden. Die Frage ist, was sind "ausreichende" Kenntnisse? Eine staatliche Prüfung oder ähnliches gibt es für Kinder jedenfalls nicht? Wer entscheidet in welche Klasse ein "Immigrantenkind" darf(/muss) und nach welchen Kriterien wird da selektiert? Allein nach Sprachkenntnis sicherlich nicht. Der familiäre Hintergrund, was Vermögen und Stand der Eltern, spielen dabei sicher auch keine geringe Rolle.

Was das soll kann man sich fragen, wenn man bedenkt, dass Italiens Grundschulen bisher sich EU-weit haben sehen lassen können (im Gegensatz zum Rest des italienischen (Schul-)Bildungssystems). Wer die extra Klassen bezahlen soll ist auch noch weit gehend unklar, denn einerseits wird von den (Neo)Konservativen Italienern gefordt, nach ethnischer Herkunft aus zu sortieren, andererseits aber von der Neoliberalen Gruppen um Berlusconi Geld für Bildung in Milliardenhöhe (dazu gehört das Streichen von lehrenden Arbeitsplätze) gestrichen!

Auch kann man sich weiterhin fragen, ob eine ähnliche Situation wie in den USA zu Zeit der Bürgerrechtsbewegung in den 1950er und 60er Jahre herbei gesehnt wird, in denen Menschen noch nach weiß und schwarz getrennt wurden. Auch wie das andere EU-Staaten das sehen, insbesondere Deutschland wäre interessant (natürlich aus inoffzieller Sicht).

Einen EU-weiten Beschluss, den die Staaten gerade verabschiedet haben, deutet jedenfalls auf nichts humanitäres hin (dazu in einem weitern Artikel mehr Information).

Quelle: taz.de 

Freitag, 12. September 2008

Welchen Weg wird die Sozialdemokratie in Deutschland gehen?

Was ist da letztes Wochenende wirklich passiert? Wurde in der SPD geputscht? Gemobbt? Oder hat die Parteispitze sich selbst einfach nur ausgetauscht? Wie der Rücktritt des SPD-Parteivorsitzenden Kurt Beck nun letztendlich vonstatten ging, darüber scheiden sich die Geister. Viel wird spekuliert, einiges unterstellt; Fakt ist aber, auf demokratischen Wege wurde Beck mit Sicherheit nicht abgewählt. Nicht sehr dem ursprünglichen Charakter einer (angeblich) sozialdemokratischen Partei und,wie SPD-Sozialexperte Dreßler bemerkt, eher in er reckts-konservativen Partei wie der CDU überhaupt vorstellbar. Egal, nun ist er da, der Wechsel an der Spitze der SPD. Die Frage die sich stellt ist, nutzt dies der SPD? Hilft er ihr aus dem erbärmlichen Tief der letzten Wochen und Monate herraus? Oder zögert er die endgültige Degradierung von einer ehemals von der Mitte und Masse der Gesellschaft beliebte Volkspartei zu einer zersplitterten Randpartei nur hinnaus? Wenn es nach dem  konservativen  rechten  Flügel der SPD um dem "Seeheimer Kreis" (übrigens nicht gerade für basisnahe Parteiarbeit bekannt) geht, sei der Wechsel wohl das "beste" was der deutschen Sozialdemokratie hätte passieren können. Klar, sind doch Müntefering und Steinmeier bekannt ihr aktive Unterstützung von Schröders Agenda 2010 bekannt. Zugegeben, eine Grundsatzdiskussion über diese Agendal, wie sie schon so oft und allen voran gerne von linken Parteien gehalten wurde, in der vieles nachweislich berechtigt kritisert wurde, muss hier nicht noch einmal erfolgen. Fakt ist jedoch, dass mit dem Spitzenkandidat der SPD, Frank- Walter Steinmeier, genauso wie mit dem neuen alten Parteivorsitzenden Müntefering, Personen an der Spitze der deutschen Sozialdemokratie stehen, die wie gesagt eben für den Sozialabbau durch die Agenda 2010 , aber auch allgemein für einen eher liberalen Kurs in der sozialen Marktwirtschaft bekannt sind. All dies sind politsch gesehen Dinge, die von der Mitte aus gesehen rechts vertreten werden. Seis durch verklemmte rechts konservative Politiker der Union um Pofalla und CO. oder Westerwelles Neoliberalen. Was sich konstantiert, hinsichtlich der Politik in der Großen Koalition und der Politik zwischen "rechts und links", wie auch im Hinblick auf die kommende Bundestagswahl am 27. September ist folgendes: Der neue/alte Kurs der SPD? Wie möchte die SPD soziale Gerechtigkeit in Deutschland umsetzen, wo wird sie in Zukunkt ihre Prioritäten setzen, mit wem möchte sie ihre Ziele verwirklichen? Denn eins ist klar, alleine regieren, wird sie Zukunft nicht. Und auch ihre "Traum-Koalition" von Rot-Grün (wie nach 1998) wird auch nur noch sehr schwer mehrheitlich durchzusetzen sein. Dies hat einige Gründe; Hauptgrund ist wohl der Wählerschwund, ausgelöst und verlorenes Vertrauen, aber auch der Mitgliederschwund, den die CDU zwar auch zu vermerken hat, den die SPD aber definitv stärker trifft (die CDU liegt derzeit bei ca. 40 % der Stimmen und mehr, die SPD dünkelt um die 20-25 % herum). Viele Ex-SPDler sind jetzt zudem direkte Konkurrenten, da sie in die Partei "Die Linke" aus innerer Überzeugung eingetreten sind. 
Die Linke, eine Partei,vom Neoliberalen Guido Westerwelle, verschrien als eine Partei voller Post-Kommunisten (das die Union "voller Post-Faschisten" ist, verschweigt er natürlich, SEINE "Traum-Koalition" von Schwarz-Gelb soll ja nach 2009 regieren, so zumindest seine Vorstellung). Wir erinnern uns, viele "Linke" sind Ex-SPDler. Wir erinnern uns weiterhin, dass die Sozialdemokratische Partei Deutschlands, geschichtlich gesehen, direkt aus einer kommunistischen Arbeiterpartei, mitgründet von Karl Marx, hervorgeht. Sozialdemokratie ist ja auch nichts anderes wie demokratischer Sozialismus, so steht es im Parteiprogramm von vielen sozialdemokratischen Parteien und den demokratischen Sozialismus ist im Parteiprogramm der Linken fest verankert, zum Glück. Die SPD also auch eine Partei voller Post-Kommunisten? Steinmeier und Müntefering also unvereinbar in einer Koalition mit der Union oder sogar der FDP? Mitnichten! 
Der Wechsel an der Spitze der SPD dient nämlich lediglich einem Zweck: Den Ruf und das Image der SPD wiederherzustellen (im Hinblick auf den 27.09.09), aber auch sich die Möglichkeit freizuhalten mit der Union (den "Post-Faschisten") auch weiterhin zu koalieren. Denn nur ungern würde die SPD, vor allem der rechte Flügen um den Seeheimer Kreis, und den "Agenda-Leuten" Steinmeier und Münterfering mit ihren Ex-Kollegen, manchen nenen sie auch "Verräter", in der Linken zusammenzuarbeiten. Zu tief sitzt die Schmach über die Krise der SPD, dessen Schuld natürlich die Hardliner unter den Sozialisten ausgelöst haben sollen. 
Nur, ohne Linke wird die Sozialdemokratie und ihre vertretene soziale Gerechtigkeit für die MASSE des Volkes nicht mehr umzusetzen sein! Der Wähler macht die Linke in den letzten Umfragen zur drittstärksten Partei; doch der Abstand zwischen der SPD auf "Rang 2" und den Linken auf 3 ist um einiges geringer, wie der SPD es erhofft hätte. 
Was für die Zukunftprognoszitierbar bleibt, ist, das wohl eine schwarze Regierung in Deutschland die größten Chancen hat. Ob dies durch eine Koalition mit der FDP oder mit der SPD spielt dabei die kleinere Rolle. Die Gemeinsamkeiten zwischen SPD und FDP nähern sich in jeder Hinsicht. Leider aber auf negative Weise. Denn nicht die FDP verändert sich nach "links", sondern die SPD nach "rechts". Ob die letzten überzeugten Sozialdemokraten der SPD nun vollständig in die Linke abwandern, bleibt abzuwarten. Auf jedenfall wird der Wechsel der SPD Spitze die SPD nur kurzfristig aus ihrem Loch ziehen. Zu alter Stärke wird Willy Brandts SPD jedenfalls nicht mehr alleine zurückfinden. Zu stark ist die Konkurrenz von rechts. Zu stark aber auch die innere Konkurrenz nicht nur in der Partei selber, sondern auch die unnötige Abgrenzung zur Linken. 
Die Frage ist, warum ist das so? Die rechten Parteien haben das Teamplay, vor allem in Sachen Hetzjagd gegen "links" um einiges besser drauf, als die linken Parteien. SPD, Die Grünen und Die Linken sind vor allem auf Bundesebene völlig zerstritten und treten nicht geschlossen gegen rechts auf. Und das obwohl sie im Kern doch diesselbe Ansichten vertreten. Wer nun wo jetzt zu radikal ist, ist doch völlig unerheblich und kostet nur wertvolle Zeit. 
Will Deutschland keine verhasste "Große Koaltion" mehr und will soll soziale Gerechtigkeit immer noch durch die Sozialdemokratie in der Regierung vertreten sein, müssen SPD und Grüne über ihren Schatten springen und akzeptieren, dass Deutschland in absehbarer Zeit ein Fünfparteiensystem beherbergt. Dies gilt im Übrigen auch für die rechen Parteien um Union und FDP. 

Sonntag, 17. August 2008

(immer noch) rassistisches Deutschland (?)

Das was viele von uns schon wissen und offen kritisieren, was viele aber auch nur unter vorgehaltener Hand als Nichtigkeit abtun ist nun auch von internationaler Seite aus bestätigt: "Es sei klar geworden, dass die Bundesregierung nicht entschieden genug gegen Rassismus vorgehe."

Einen Artikel möchte ich Ihnen hier ans Herz legen. 

Quelle: taz.de

Rassismus ist in Deutschland inzwischen gesellschaftsfähig geworden. Wo das hinführen kann, ist geschichtlich schon zu Genüge gezeigt worden...leider ohne daraus gelernt zu haben.

Sonntag, 6. Juli 2008

Rechtsgeführtes Interview mit Bismarck

Letzten Mittwoch wurde ein Interview in der ultrarechten Zeitung "JungeFreiheit" (jF) veröffentlicht, in der Ferdinand Fürst von Bismarck, der Urenkel Otto von Bismarcks, zu dem sogenannten "Links-Drift" befragt wurde, der zur Zeit angeblich in Deutschland geschieht.
Der Herr (und sogar Fürst ist er) Bismarck hält, liest und interpretiert man das Interview (ohne große Mühe) richtig, wohl das traditionell faschistisch und militärisch geführte (ehemalige) "Heimatland" seiner Urahnen Preußen für das Ideal eines Staates.
Überhaupt scheint Bismarck, welcher den Stolz, den er  auf seinen Stammbaum hegt (und pflegt), gerne und immer wieder betont, nicht (mehr) sehr angetan vom "Linksruck" und überhaupt der heutigen (auch von der Union geführten) deutsch-europäischen Staatspolitik zu sein. Vielmehr weist er aber darauf hin, dass es deswegen umso nötiger sei, dass z.B. die Migration, die seiner Meinung nach, dreister Weise sogar im Vergleich zur deutschen Bevölkerung, "eklatante Ausnahmen" einnehme. 
Dies ist nur eins von vielen Beispielen für Bismarcks nationalistischen Ansichten, die übrigens in der Familie Tradition zu haben scheint. 
Beispiele seiner rechten und konservativen "Meinungen" bzw. Schwachsinn hab ich im Folgenden zusammengestellt:
Zitat: "[...] die wachsende Macht der Linken ist (...)  eine Gefahr für das Bürgertum [...]"
Anmerkung von mir: 1. frage ich mich von welchem "Bürgertum" hier die rede ist und 2. JA, sofern die macht "der Linken" (übrigens eine von vielen Pauschalisierungen) ist und soll eine Gefahr für das Bürgertum sein. Wenn das Bürgertum (bzw. ein Teil) die indirekte Macht und den Einfluss auf die Politik der unter ihr gelegenen Schichten für sich in Ansprucht nimmt, ist das weder demokratisch noch gerecht (was schon an der Kapitalverteilung Deutschlands deutlicht zu erkennen ist). 3. Im weiteren behauptet er, dass "alles Private lähmende" und der "sozialistischen Zugriff des „fürsorglichen“ Staates auf immer mehr Bereiche unseres Lebens andererseits, das Ende der bürgerlichen Freiheit sei...reine Angst seine persönliche Macht zu verlieren; anders ist die paranoid wirkende Links-Phobie nicht zu erklären.
Zitat: "[...]Denken Sie etwa an das Antidiskriminierungsgesetz AGG oder das Gender Mainstreaming oder die Homo-Ehe. Alles Inhalte, die mittlerweile auch von der CDU vorangetrieben, zumindest aber akzeptiert werden. Dabei müßten all diese Dinge schleunigst wieder abgeschafft werden! [...]"
A.v.m: Nur um das noch einmal festzuhalten....Herr Bismarck ist für Diskriminierung und sowohl gegen eine Gleichschaltung der Geschlechter (somit Emanzipation etc.), als auch gegen Homosexuelle und deren Ehen! Viel mehr muss man dazu denke ich nicht nicht mehr sagen...
edit: leider ist mir die Hälfte durch die Inkompetenz von blogspot zur Zeit das bearbeiten von Posts nicht vollständig ermöglicht abhanden gekommen. So wollte ich z.b. auf seine nationalistische Haltung gegenüber Migration genau wie seine Forderung Eltern müssen Leistungsdruck auf ihre Kinder ausüben usw usw....sehr schade.
Lest euch aber gerne einmal das Interview komplett durch um zu verstehen wie überrascht ich war zu sehen, wie öffentlich ultrarechts-konservative Propaganda verbreitet wird. Guckt euch auch gerne mal auf der Web-site von der "JungenFreiheit" allg. um...sehr fragwürdig diese angeblich demokratische Zeitung!
Quelle: jF

Hitler Attentat geglückt

...so zumindest zitiert die taz den Essayist Henryk M. Broder, der damit auf einen Vorfall anspielt, der sich am Morgen des 5. Juli zugetragen hat. Es geht um den Vorfall, der sich in der Berliner Madame-Tussauds-Ausstellung ereignete, bei dem ein 41-jähriger Mann aus Erbostheit mit den Worten "Nie wieder Krieg!" der neuen, umstrittenen Hitler-Wachsfigur den Kopf im "Führerbunker" abriss. Schon also der zweite Besucher "hat sich endlich getraut(!)" (Zitat einer älteren Dame die an dem nun leeren Bunker vorbeiging) und geschafft, was eigentlich zwei "Sicherheitsmänner" verhindern sollten, die für den Schutz Adolf Hitlers (...Figur) sorgen und das Posen mit diesem unterbinden sollten. Der Schaden beläuft sich auf (angeblich) 200.000 Euro. Jetzt wird diskutiert, ob Hilter überhaupt noch einmal "wenige hundert Meter vom ehemaligen Ort der Reichskanzlei entfernt als Touristen- Attraktion" ausgestellt werden soll.

Quelle: taz.de

Der Mann stehe angeblich der "linken Szene" nahe was die Medien gerne hervorheben. Doch ändert dies nichts an dem grundlegende Widerstand, den wohl einige (wenige?) Menschen (noch?) gegen die Zurschaustellung des wohl grässlichsten Menschen des letzten Jahrhunderts und vielleicht der letzten Jahrhunderte, hegen.

Mittwoch, 11. Juni 2008

Beschlossen - der Einbürgerungstest!

Der umstrittene Test den einbürgerungswillige Migranten bestehen müssen ist beschlossene Sache. Ab 1. September wird er bundesweit eingeführt. Aus einem Pool aus 310 Fragen zu "Politik in der Demokratie", "Geschichte und Verantwortung" und "Mensch und Gesellschaft" müssen Migranten 33 (komische Zahl, nicht?) Fragen für 25 Euro beanworten. Um die deutsche Staatsbürgerschaft zu erhalten ist zudem Vorraussetzung acht Jahre in Deutschland gelebt zu haben, seinen Unterhalt selbst bestreiten zu können, Deutsch sprechen, nicht wegen schwerer Straftaten verurteilt worden zu sein und eine Anfrage vom Verfassungsschutz übersteht (!). Die von der Berliner Humboldt Universität entwickelten Fragen seien reine Wissensfragen und keine Gesinnungsfragen. Ein solcher Fragebogen hat schon in Baden-Württemberg für großen Protest gesorgt, mit dem vor allen Dingen Muslime ausgefragt wurden. BW will allerdings an Gesinnungsfragen (trotz bundeseinheitlicher Regelung) festhalten; die Fragen zur Homosexualität sind allerdings (immerhin...) gestrichen worden.

Quelle: taz.de

Ich frage mich ernsthaft was ein solcher Test, abgesehen von rein formaler Schikane, bringen soll. Was genau bezweckt der Test, was sagt der über die Qualität eines Menschen (in diesem Fall Ausländer) aus? Mal abgesehen davon, dass die meisten Deutschen ("im Sinne des Grundgesetzes") bei diesem Test gnadenlos versagen würden, wurde ein ähnlicher Test vor kurzem erst fallen gelassen, nachdem die Fragen "schlichtweg zu schwer waren"(taz.de). Ich weiß ja nicht welcher und wieviele Geburtsdeutsche diesen Test oder die Fragen "spaßeshalber" schon einmal versucht haben; ganz so einfach sind die Fragen nicht, schon gar nicht für Ausländer. Aber gut mal abgesehen davon: die Bundesregierung selber hält daran fest, dass diese Fragen reine Wissensfragen (und keine der Gesinnung erfragenden) seien und dass diese (wie gesagt insgesamt 310, ähnelt fast einem Theoriebogen eines Führerscheins ^^ ) durchaus erlernbar sind. Gut, nur was soll der Test dann ernsthaft bringen?? Gut natürlich gibt es Dinge, die zum Allgemeinwissen gehören und die jeder Deutsche über sein Land wissen sollte. Nicht aber jedoch wissen muss, um sich "Deutscher" nennen zu "dürfen"! Denn das muss man sich einmal ins Gedächtnis rufen: für die Bundesregierung definiert sich jmd. (der nicht automatisch deutscher Staatsbürger ist, weil er zufällig in diesem Land geboren wurde) als Deutscher über einen 25-Euro Test (der nebenbei beliebig oft wiederholt werden kann-für jeweils 25 Euro wie gesagt) der nur allgemeine Wissensfragen enthält. Nur wenn er diese richtig beanwortet bzw. nach richtiger Beantwortung wird er von einem Ausländer zu einem "Deutschen im Sinne des Grundgesetzes" (mit allen "Rechten" und Pflichten).
Ich zweifle erheblich an der Sinn dieses Test um Deutscher zu werden. Gut, einige werden sich darüber freuen, dass die Zahlen von Eingebürgerten weiter sinkt, andere dass die Kassen dadurch aufgebessert werden (denn welcher Ausländer besteht den Test denn schon beim ersten Mal....oder?)

Es würde jetzt zu weit führen, diese Begebenheit mit dem mehr oder weniger neuen Asylrecht zu vergleichen, um zu beweisen, dass der deutschen Staat in diesem Sinne rassistisch handelt (dass es so ist, belegt ein sehr bekannten Neo-Nazi Experten und ja er ist Deutscher und sogar weiß!)

In diesem Sinne:
"Solidarität heißt Widerstand,
Kampf dem Faschismus in jedem Land (auch im deutschen)!"

Dienstag, 27. Mai 2008

"Helfer" und Blauhelme vergehen sich laut Studie an Kindern

London (AFP) - Angehörige von UN-Friedenstruppen und Mitarbeiter von Hilfsorganisationen vergehen sich nach Angaben von Save the Children in Krisengebieten wie Haiti, dem Sudan und der Elfenbeinküste in erschreckendem Umfang an Kindern. Unter den Opfern seien auch Kinder im Alter von erst sechs Jahren, wie es in einer Studie der britischen Hilfsorganisation heißt. Die Kinder würden im Austausch gegen Lebensmittel, Seife oder Mobiltelefone zu sexuellen Handlungen gezwungen. Der Missbrauch habe ein "bedeutendes Ausmaß" erreicht.
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"Die Studie offenbart die abscheulichen Handlungen einer kleinen Zahl von Tätern, welche die verletzlichsten Kinder der Welt missbrauchen, statt sie zu beschützen", sagte Save the Children-Chefin Jasmine Whitbread. "Ein größerer Machtmissbrauch und eine schamlosere Gewalt gegenüber den Rechten von Kindern ist kaum vorstellbar." Nach Angaben der Organisation sind neben Angehörigen der UN-Friedenstruppen auch Mitglieder vieler regierungsunabhängiger Organisationen in die Vorfälle verwickelt, darunter auch Save the Children selbst. Die Organisation forderte international koordinierte Maßnahmen zur Überwachung und Aufdeckung des Missbrauchs.

[...]

"Die Studie offenbart die abscheulichen Handlungen einer kleinen Zahl von Tätern, welche die verletzlichsten Kinder der Welt missbrauchen, statt sie zu beschützen"....viel mehr braucht man zu den negativen Seiten von "Friedenseinsätze" (sein sie von der UN mandiert oder auch nicht) nicht wirklich sagen....

Der gesamte Artikel ist hier nachzulesen

Montag, 19. Mai 2008

Arme Deutsche; Deutsche Armut

Wer es noch nicht gehört hat, dem sei es hier wieder einmal gesagt.
Nach dem Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung, der heute veröffentlicht wird, ist nun auch offiziell klar was in Deutschland sich schon in den letzten Jahrzehnten abzeichnet:Die Mitteschicht schwindet und rutscht ab. Die Reichen werden reicher; die Armen werden ärmen13 Prozent gelten derzeit in Deutschland als arm (Nettoeinkommen von weniger als 781 Euro). Jeder VIERTE würde phne Sozialleistungen wie ALG etc. sogar laut Definition in Armut leben! Erschreckende Zahlen angesichts der doch positiven Entwicklung der Wirtschaft.
Zynisch, denn wo das Wachstum seit Jahren stetig steigt, sinken die Reallöhne immer weiter; hinzu kommen immer höhere Steuerabgaben. Insbesondere die Mehrwertsteuer sei hier noch mal erwähnt. Behauptete doch die SPD vor der Koalition mit der Union "mit ihr sei keine Mehrwertsteuererhöhung" zu holen, wurde der Steuersatz doch mit unglaublichen 3 % (eine sehr hohe Steuererhöhungen) auf 19% gehoben! Schlimm, denn dies trifft z.B. Familien gleich doppelt. Währen Singles die Mehrwersteuer bei jedem Einkauf für ihre persönlichen Dinge einmal zahlen, muss bspw. eine Familie mit 2 Kindern die Steuer auf Einkäufe auch für ihre Kinder mitbezahlen, auch wenn diese ja noch über kein eigenes Einkommen verfügen...eine doppelte Belastung der Eltern/Familien also. Die Schere zwischen Arm und Reich driftet immer weiter auseinandern-seit JAHREN. Während die einen noch überlegen welches Diamant-besetzte Handy sie auf der "Millionärsmesse" in München aus Spaß am Luxus kaufen, müssen woanders alleinerziehende Eltern überlegen wie sie ein Pausenbrot für ihr Schulkind finanzieren können und wo sie ihr kleineres Kind hinstecken, während sie 8 Stunden arbeiten gehen. Und nicht nur beim Essen mangelt es lächerlicherweise; auch bei der Schulbildung fehlt Geld für Bücher, Hefte, Stifte- alltägliche Dinge die eigentlich eine Selbstverständlichkeit ist bzw. sein sollte. Ähnliches gilt für das Gesundheitswesen, welches sich immer mehr zu einem starken 2-Klassen System entwickelt, welches einhergeht mit der ungerechten (aber aus der Sicht von Ärzten verständlichen) Bevorzugung von Nicht-Kassen-Patienten, also Privat Versicherten. Als ob die Praxisgebühr nicht schon genug wäre, jetzt muss man sich noch ernsthaft überlegen für welchen Teil seiner Gesundheit man Geld ausgeben mag resp. kann. Wie sollen Kinder armer Familien so aus eigener Kraft denn noch aus ihrer Perspektivlosigkeit heraus?
Geht eigentlich kaum....denn diese Zustände sind vom Staat bedingt. Seit 1997 wird z.B. keine Vermögenssteuer mehr erhoben. Zudem ist unser Steuersystem nicht progressiv genug. Auch die Erbschaftssteuer muss neu überlegt werden. Nach Rechnungen der Linken wäre z.B. allein über die Besteuerung von Erben der oberen 10 000 eine Summe von 8 Milliarden Euro zu erwirtschaften. Und dies nur über eine Besteuerung von Erbschaften oberhalb eines Wertes von einer Million Euro. Gering verdienende und auch die Mittelschicht wären davo gar nicht betroffen, allerdings könnte so z.B. das Bidlungswesen immens profitieren. Doch die Bundesregierung scheint nach Lafontaine einfach "zu feige zu sein, Reiche mehr einzubeziehen". Neoliberale wie die FDP würden zwar sagen das sei Quatsch, denn jeder kriege das was er verdient (also wenn er "richtig" arbeite). Doch wie kommt es dann, dass nur einer von sieben Nicht-Akademiker Kindern studiert? Weil die anderen automatisch zu faul sind und gar keine gute Bildung wünschen? Unsinn! Es fehlt an Chancengleichheit. Und dies kann über die Erbschaft anfangen, denn die die Millionen und Milliarden scheffeln; glaubt ihr wirklich dass die so viel gearbeitet haben? So viel wie die besitzen kann man in einem Leben nicht arbeiten! Nein, durch die Ausbeutung von Arbeitern zu Hochzeiten des Kapitalismus vermehrten ihre Ahnen gierig ihr Kapital, ohne dass die die dafür wirklich schufteten je viel davon abbekommen hätten. Und durch das Erbe wurde sichergestellt, dass das Vermögen in der Familie bleibt (ich erinnere nur einmal and das berühmte Beispiel der Quandt Familie die ihr Imperium durch Sklavenarbeit in KZs des "Dritten Reichs" aufbauten und sich dann geschickt den "Nürnberger Prozessen" entzogen).

Quelle: taz.de

Wie kann es in einer Demokratie sein, dass die Mehrheit der Bevölkerung nur ein Drittel des Gesamtkapitals Deutschlands besitzt? Und damit eine deutliche Minderheit (von ca 10 %) die absolute Mehrheit. Keiner kann mir sagen, dass einfach die Mehrheit des Volkes faul sei oder nicht genügend arbeite. Nein, das ist sicher nicht die Antwort. Die Antwort ist nur über die Gier des Kapitalismus zu definieren und zu finden!

B. Brecht formulierte diesen Umstand in einem treffend Gedicht folgendermaßen:

Reicher Mann und armer Mann
Standen da und sahn sich an.
Und der Arme sagte bleich:
Wär ich nicht arm, wärst du nicht reich.

(Berthold Brecht, Das Alfabet)



edit: unter den Kinder Deutschlands gilt sogar jeder sechste als arm...