Freitag, 17. Oktober 2008

Über den Fetischcharakter des Geldes

Im Zuge der zur Zeit anhaltenden "Finanzkrise" wird traditionell nach Marx Engels und Co und ihre Ideen vom staatlichen Sozialismus und der Kritik am ungehemmten Kapitalismus geschrien. Auf einmal ist Kapitalismus und das jahrzehnte lange Spekulieren auf Kosten von Dritte-Welt-Ländern, die ohne Rücksicht auf Verluste schamlos ausgebeutet werden, schlecht ja schon fast ein Unding und wie konnte niemand davor warnen und und und. 

In diesem Sinne wird nicht nur über kommunistische Ideen geredet, spekuliert und diskutiert, sondern auch über das kapitalistische Finanzsystem, das uns beherrscht und welches uns dazu (unbewusst) anstiftet mitzumachen, wie auch über die damit verbundene Geldwirtschaft, geredet.

Hier ein interessantes Interview das mit Christoph Deutschmann, einem Soziologen, der an der Universität Tübingen lehrt, geführt wurde. Es geht um den sog. Fetischcharakter des Geldes, eine Anspielung auf Marx' "Das Kapital", in welchem er gleich zu "Beginn" des ersten Kapitels über den Warenfetschismus (und sein Geheimnis) refferiert.

Hier der Linke http://www.taz.de/1/zukunft/konsum/artikel/1/geld-erfuellt-religioese-funktionen/

Donnerstag, 16. Oktober 2008

Studiengebühren

Nachdem ich mein Abitur mit einem mehr oder weniger akzeptablen (für die meisten Unis in Deutschland für meinen "Traum-studiengang" (medizinische) Biologie eher inakzeptablen...) Schnitt hinter mir habe, studiere ich zur Zeit für mind. 1-2 Semester an der Universität Bielefeld "Bioinformatik und Genomforschung". Positiv aufgefallen sind mir gleich am ersten Tag, etliche linke Organisationen und Aktionen. Was dabei natürlich zur Sprache kommen MUSSTE war und ist immer noch das leidige Thema Studiengebühren:

Klar, Studiengebühren, sind u.a. bzw zum größten Teil Gebühren, die für höhere (manche neofaschistische Studentenverbindungen proklamentieren es stolz auch gerne als elitäre) Bildung (die eigentlich jedem und jedem frei zugänglich sein sollte) erhoben werden.

Aber wie sinnvoll ist es, zu fordern, Studiengebühren abzuschaffen? Um diese Frage zu beantworten, muss man ein wenig weiter ausholen und sich klarmachen, wer diese Studiengebühren bezahlt und wohin diese fließen.

Gerne wird von studentischen Organisationen verkündet, dass Studiengebühren selektierend seien und die "falschen" bestrafe. Das dies aber im großen Stil geschehen solln, bezweifle ich stark!

Denn man muss sich einmal genauer anschauen wer studiert: Ich habe zwar leider gerade keine offziellen Quellen dazu auf Lagern, aber es ist eine bekannte Tatsache, dass der größere Teil (so weit ich in Erinnerung habe ca 6 von 7) aus Familien stammen, die selber einen akademischen Bildungsweg hinter sich haben. D.h. die Wahrscheinlichkeit, dass ein Arbeiterkind studiert, liegt statistisch gesehen bei einem siebtel (dabei reicht allerdings ein studierter Elternteil, wobei jeglicher Hochschulweg zählt!). Die die Studiengebühren also zahlen müssen, sind also entweder die Eltern dieser Menschen, oder zumindest offziell Menschen, die "zufällig" Eltern haben, die es sich leisten können, ihr Kind studieren lassen zu "dürfen". Studiengebühren "bestrafen" also, wenn man so will, durchaus das richtige Klientel.

Selektion wird an diesem Bildungszweig also kaum durch Studiengebühren erreicht. 

Selektion als solche, beginnt nämlich schon viel viel früher, nämlich spätestens im Alter von etwa zehn Jahren, in denen entschieden wird, auf welche weiter führende Schule ein Kind geht. Die Eltern dürfen zwar grundsätzlich ihr Kind auf ein Gymnasium schicken, ABER die meisten (und es sind deutlich die meisten) folgen dem Rat der Grundschullehrer/in. Dass GrundschullehrerInnen aber weniger nach den Noten (die übrigens auch zu einem gewissen Teil, Resultat des familiären Hintergrunds ist) als mehr nach dem Stand der Eltern entscheiden ist auch bekannt. Denn ein Kind dessen Eltern zur unteren Mittelschicht oder, man wage es kaum, sogar ein "Hartz-4" Kind ist, kann unmöglich sich z.B. bei Lernschwierigkeiten im Gymnasium (und die meisten Studierenden kommen eben aus den klassischen Gymnasien), mittels Geldmangel an z.B. einen NachhilfelehrerIn wenden,...oder?

Solange also in einem von grundauf selektierenden Schul- und Bildungssystem (in Deutschland) die Selektion schon im Kindes- (oft genug auch schon im Kleinkind-) alter an anfängt, braucht man sich am Ende dieses Bildungsweges nicht damit abmühen, den letzten Selektionsschritt derart fanatisch fast anzugehen. Stattdessen bin ich aber natürlich durchaus dafür, Möglichkeiten zu errichten, potenziellen Studierenden, die im Prinzip letztlich nur das Geld davon abhält, ein passendes Studium zu ermöglichen. 

Genau so wichtig ist es dann auf der anderen Seite natürlich auch, das Geld, das durch Studiengebühren eingenommen wird, sonnvoll und gerecht zu verteilen; seis in das Studentenwerk, welches sich um viele elementare Dinge, wie Semestertickets für den Nahverkehr oder Essen kümmert, seis aber auch in die Forschung usw. 

Dass hier im Sinne der Studierenden entschieden wird, dafür sorgt und kontrolliert u.a. der ASta und dies soweit ich weiß mit entscheidenden Erfolgen!

"Rassen"-Trennung Rival

Nach länger Abstinenz mangels Zeit, mal wieder ein neuer Blogeintrag. Da ich auch für die Zukunft nicht sehe, wann, wie und wie oft ich Zeit fürs bloggen haben werde, werde ich wohl verstärkt dazu übergehen, Artikel aus mehr oder weniger bekannten Zeitungen (linke, wie z.B. "TAZ", "jW" oder "nD", aber auch rechte Äquivalente, wo von der parlamentarischen extreme wohl als Paradebeispiel die ultrarechte Zeitung "junge Freiheit" zu nennen ist) zu exerpieren und zu kommentieren, dahergehend die angesprochenen Themen überhaupt ins Bewusstsein zu rücken.

Ich fange an dieser Stelle an mit einer Nachricht, die einen neuen Parlamentsbeschluss Italiens behandelt, der offebar rassistisch motiviert ist:

Es geht um die Trennung von immigirierten und einheimischen Kindern in Schulen! Auf Antrag der fremdenfeindlichen Regierungspartei Lega Nord, dem das Abgeordentenhaus zustimmte, werden zukünftig seperate Klassen eingeführt, in denen Kindern ohne "ausreichende" Italienischkenntnisse verfügen, unterrichtet werden. Die Frage ist, was sind "ausreichende" Kenntnisse? Eine staatliche Prüfung oder ähnliches gibt es für Kinder jedenfalls nicht? Wer entscheidet in welche Klasse ein "Immigrantenkind" darf(/muss) und nach welchen Kriterien wird da selektiert? Allein nach Sprachkenntnis sicherlich nicht. Der familiäre Hintergrund, was Vermögen und Stand der Eltern, spielen dabei sicher auch keine geringe Rolle.

Was das soll kann man sich fragen, wenn man bedenkt, dass Italiens Grundschulen bisher sich EU-weit haben sehen lassen können (im Gegensatz zum Rest des italienischen (Schul-)Bildungssystems). Wer die extra Klassen bezahlen soll ist auch noch weit gehend unklar, denn einerseits wird von den (Neo)Konservativen Italienern gefordt, nach ethnischer Herkunft aus zu sortieren, andererseits aber von der Neoliberalen Gruppen um Berlusconi Geld für Bildung in Milliardenhöhe (dazu gehört das Streichen von lehrenden Arbeitsplätze) gestrichen!

Auch kann man sich weiterhin fragen, ob eine ähnliche Situation wie in den USA zu Zeit der Bürgerrechtsbewegung in den 1950er und 60er Jahre herbei gesehnt wird, in denen Menschen noch nach weiß und schwarz getrennt wurden. Auch wie das andere EU-Staaten das sehen, insbesondere Deutschland wäre interessant (natürlich aus inoffzieller Sicht).

Einen EU-weiten Beschluss, den die Staaten gerade verabschiedet haben, deutet jedenfalls auf nichts humanitäres hin (dazu in einem weitern Artikel mehr Information).

Quelle: taz.de 

Freitag, 12. September 2008

Welchen Weg wird die Sozialdemokratie in Deutschland gehen?

Was ist da letztes Wochenende wirklich passiert? Wurde in der SPD geputscht? Gemobbt? Oder hat die Parteispitze sich selbst einfach nur ausgetauscht? Wie der Rücktritt des SPD-Parteivorsitzenden Kurt Beck nun letztendlich vonstatten ging, darüber scheiden sich die Geister. Viel wird spekuliert, einiges unterstellt; Fakt ist aber, auf demokratischen Wege wurde Beck mit Sicherheit nicht abgewählt. Nicht sehr dem ursprünglichen Charakter einer (angeblich) sozialdemokratischen Partei und,wie SPD-Sozialexperte Dreßler bemerkt, eher in er reckts-konservativen Partei wie der CDU überhaupt vorstellbar. Egal, nun ist er da, der Wechsel an der Spitze der SPD. Die Frage die sich stellt ist, nutzt dies der SPD? Hilft er ihr aus dem erbärmlichen Tief der letzten Wochen und Monate herraus? Oder zögert er die endgültige Degradierung von einer ehemals von der Mitte und Masse der Gesellschaft beliebte Volkspartei zu einer zersplitterten Randpartei nur hinnaus? Wenn es nach dem  konservativen  rechten  Flügel der SPD um dem "Seeheimer Kreis" (übrigens nicht gerade für basisnahe Parteiarbeit bekannt) geht, sei der Wechsel wohl das "beste" was der deutschen Sozialdemokratie hätte passieren können. Klar, sind doch Müntefering und Steinmeier bekannt ihr aktive Unterstützung von Schröders Agenda 2010 bekannt. Zugegeben, eine Grundsatzdiskussion über diese Agendal, wie sie schon so oft und allen voran gerne von linken Parteien gehalten wurde, in der vieles nachweislich berechtigt kritisert wurde, muss hier nicht noch einmal erfolgen. Fakt ist jedoch, dass mit dem Spitzenkandidat der SPD, Frank- Walter Steinmeier, genauso wie mit dem neuen alten Parteivorsitzenden Müntefering, Personen an der Spitze der deutschen Sozialdemokratie stehen, die wie gesagt eben für den Sozialabbau durch die Agenda 2010 , aber auch allgemein für einen eher liberalen Kurs in der sozialen Marktwirtschaft bekannt sind. All dies sind politsch gesehen Dinge, die von der Mitte aus gesehen rechts vertreten werden. Seis durch verklemmte rechts konservative Politiker der Union um Pofalla und CO. oder Westerwelles Neoliberalen. Was sich konstantiert, hinsichtlich der Politik in der Großen Koalition und der Politik zwischen "rechts und links", wie auch im Hinblick auf die kommende Bundestagswahl am 27. September ist folgendes: Der neue/alte Kurs der SPD? Wie möchte die SPD soziale Gerechtigkeit in Deutschland umsetzen, wo wird sie in Zukunkt ihre Prioritäten setzen, mit wem möchte sie ihre Ziele verwirklichen? Denn eins ist klar, alleine regieren, wird sie Zukunft nicht. Und auch ihre "Traum-Koalition" von Rot-Grün (wie nach 1998) wird auch nur noch sehr schwer mehrheitlich durchzusetzen sein. Dies hat einige Gründe; Hauptgrund ist wohl der Wählerschwund, ausgelöst und verlorenes Vertrauen, aber auch der Mitgliederschwund, den die CDU zwar auch zu vermerken hat, den die SPD aber definitv stärker trifft (die CDU liegt derzeit bei ca. 40 % der Stimmen und mehr, die SPD dünkelt um die 20-25 % herum). Viele Ex-SPDler sind jetzt zudem direkte Konkurrenten, da sie in die Partei "Die Linke" aus innerer Überzeugung eingetreten sind. 
Die Linke, eine Partei,vom Neoliberalen Guido Westerwelle, verschrien als eine Partei voller Post-Kommunisten (das die Union "voller Post-Faschisten" ist, verschweigt er natürlich, SEINE "Traum-Koalition" von Schwarz-Gelb soll ja nach 2009 regieren, so zumindest seine Vorstellung). Wir erinnern uns, viele "Linke" sind Ex-SPDler. Wir erinnern uns weiterhin, dass die Sozialdemokratische Partei Deutschlands, geschichtlich gesehen, direkt aus einer kommunistischen Arbeiterpartei, mitgründet von Karl Marx, hervorgeht. Sozialdemokratie ist ja auch nichts anderes wie demokratischer Sozialismus, so steht es im Parteiprogramm von vielen sozialdemokratischen Parteien und den demokratischen Sozialismus ist im Parteiprogramm der Linken fest verankert, zum Glück. Die SPD also auch eine Partei voller Post-Kommunisten? Steinmeier und Müntefering also unvereinbar in einer Koalition mit der Union oder sogar der FDP? Mitnichten! 
Der Wechsel an der Spitze der SPD dient nämlich lediglich einem Zweck: Den Ruf und das Image der SPD wiederherzustellen (im Hinblick auf den 27.09.09), aber auch sich die Möglichkeit freizuhalten mit der Union (den "Post-Faschisten") auch weiterhin zu koalieren. Denn nur ungern würde die SPD, vor allem der rechte Flügen um den Seeheimer Kreis, und den "Agenda-Leuten" Steinmeier und Münterfering mit ihren Ex-Kollegen, manchen nenen sie auch "Verräter", in der Linken zusammenzuarbeiten. Zu tief sitzt die Schmach über die Krise der SPD, dessen Schuld natürlich die Hardliner unter den Sozialisten ausgelöst haben sollen. 
Nur, ohne Linke wird die Sozialdemokratie und ihre vertretene soziale Gerechtigkeit für die MASSE des Volkes nicht mehr umzusetzen sein! Der Wähler macht die Linke in den letzten Umfragen zur drittstärksten Partei; doch der Abstand zwischen der SPD auf "Rang 2" und den Linken auf 3 ist um einiges geringer, wie der SPD es erhofft hätte. 
Was für die Zukunftprognoszitierbar bleibt, ist, das wohl eine schwarze Regierung in Deutschland die größten Chancen hat. Ob dies durch eine Koalition mit der FDP oder mit der SPD spielt dabei die kleinere Rolle. Die Gemeinsamkeiten zwischen SPD und FDP nähern sich in jeder Hinsicht. Leider aber auf negative Weise. Denn nicht die FDP verändert sich nach "links", sondern die SPD nach "rechts". Ob die letzten überzeugten Sozialdemokraten der SPD nun vollständig in die Linke abwandern, bleibt abzuwarten. Auf jedenfall wird der Wechsel der SPD Spitze die SPD nur kurzfristig aus ihrem Loch ziehen. Zu alter Stärke wird Willy Brandts SPD jedenfalls nicht mehr alleine zurückfinden. Zu stark ist die Konkurrenz von rechts. Zu stark aber auch die innere Konkurrenz nicht nur in der Partei selber, sondern auch die unnötige Abgrenzung zur Linken. 
Die Frage ist, warum ist das so? Die rechten Parteien haben das Teamplay, vor allem in Sachen Hetzjagd gegen "links" um einiges besser drauf, als die linken Parteien. SPD, Die Grünen und Die Linken sind vor allem auf Bundesebene völlig zerstritten und treten nicht geschlossen gegen rechts auf. Und das obwohl sie im Kern doch diesselbe Ansichten vertreten. Wer nun wo jetzt zu radikal ist, ist doch völlig unerheblich und kostet nur wertvolle Zeit. 
Will Deutschland keine verhasste "Große Koaltion" mehr und will soll soziale Gerechtigkeit immer noch durch die Sozialdemokratie in der Regierung vertreten sein, müssen SPD und Grüne über ihren Schatten springen und akzeptieren, dass Deutschland in absehbarer Zeit ein Fünfparteiensystem beherbergt. Dies gilt im Übrigen auch für die rechen Parteien um Union und FDP. 

Sonntag, 17. August 2008

(immer noch) rassistisches Deutschland (?)

Das was viele von uns schon wissen und offen kritisieren, was viele aber auch nur unter vorgehaltener Hand als Nichtigkeit abtun ist nun auch von internationaler Seite aus bestätigt: "Es sei klar geworden, dass die Bundesregierung nicht entschieden genug gegen Rassismus vorgehe."

Einen Artikel möchte ich Ihnen hier ans Herz legen. 

Quelle: taz.de

Rassismus ist in Deutschland inzwischen gesellschaftsfähig geworden. Wo das hinführen kann, ist geschichtlich schon zu Genüge gezeigt worden...leider ohne daraus gelernt zu haben.

Sonntag, 6. Juli 2008

Rechtsgeführtes Interview mit Bismarck

Letzten Mittwoch wurde ein Interview in der ultrarechten Zeitung "JungeFreiheit" (jF) veröffentlicht, in der Ferdinand Fürst von Bismarck, der Urenkel Otto von Bismarcks, zu dem sogenannten "Links-Drift" befragt wurde, der zur Zeit angeblich in Deutschland geschieht.
Der Herr (und sogar Fürst ist er) Bismarck hält, liest und interpretiert man das Interview (ohne große Mühe) richtig, wohl das traditionell faschistisch und militärisch geführte (ehemalige) "Heimatland" seiner Urahnen Preußen für das Ideal eines Staates.
Überhaupt scheint Bismarck, welcher den Stolz, den er  auf seinen Stammbaum hegt (und pflegt), gerne und immer wieder betont, nicht (mehr) sehr angetan vom "Linksruck" und überhaupt der heutigen (auch von der Union geführten) deutsch-europäischen Staatspolitik zu sein. Vielmehr weist er aber darauf hin, dass es deswegen umso nötiger sei, dass z.B. die Migration, die seiner Meinung nach, dreister Weise sogar im Vergleich zur deutschen Bevölkerung, "eklatante Ausnahmen" einnehme. 
Dies ist nur eins von vielen Beispielen für Bismarcks nationalistischen Ansichten, die übrigens in der Familie Tradition zu haben scheint. 
Beispiele seiner rechten und konservativen "Meinungen" bzw. Schwachsinn hab ich im Folgenden zusammengestellt:
Zitat: "[...] die wachsende Macht der Linken ist (...)  eine Gefahr für das Bürgertum [...]"
Anmerkung von mir: 1. frage ich mich von welchem "Bürgertum" hier die rede ist und 2. JA, sofern die macht "der Linken" (übrigens eine von vielen Pauschalisierungen) ist und soll eine Gefahr für das Bürgertum sein. Wenn das Bürgertum (bzw. ein Teil) die indirekte Macht und den Einfluss auf die Politik der unter ihr gelegenen Schichten für sich in Ansprucht nimmt, ist das weder demokratisch noch gerecht (was schon an der Kapitalverteilung Deutschlands deutlicht zu erkennen ist). 3. Im weiteren behauptet er, dass "alles Private lähmende" und der "sozialistischen Zugriff des „fürsorglichen“ Staates auf immer mehr Bereiche unseres Lebens andererseits, das Ende der bürgerlichen Freiheit sei...reine Angst seine persönliche Macht zu verlieren; anders ist die paranoid wirkende Links-Phobie nicht zu erklären.
Zitat: "[...]Denken Sie etwa an das Antidiskriminierungsgesetz AGG oder das Gender Mainstreaming oder die Homo-Ehe. Alles Inhalte, die mittlerweile auch von der CDU vorangetrieben, zumindest aber akzeptiert werden. Dabei müßten all diese Dinge schleunigst wieder abgeschafft werden! [...]"
A.v.m: Nur um das noch einmal festzuhalten....Herr Bismarck ist für Diskriminierung und sowohl gegen eine Gleichschaltung der Geschlechter (somit Emanzipation etc.), als auch gegen Homosexuelle und deren Ehen! Viel mehr muss man dazu denke ich nicht nicht mehr sagen...
edit: leider ist mir die Hälfte durch die Inkompetenz von blogspot zur Zeit das bearbeiten von Posts nicht vollständig ermöglicht abhanden gekommen. So wollte ich z.b. auf seine nationalistische Haltung gegenüber Migration genau wie seine Forderung Eltern müssen Leistungsdruck auf ihre Kinder ausüben usw usw....sehr schade.
Lest euch aber gerne einmal das Interview komplett durch um zu verstehen wie überrascht ich war zu sehen, wie öffentlich ultrarechts-konservative Propaganda verbreitet wird. Guckt euch auch gerne mal auf der Web-site von der "JungenFreiheit" allg. um...sehr fragwürdig diese angeblich demokratische Zeitung!
Quelle: jF

Hitler Attentat geglückt

...so zumindest zitiert die taz den Essayist Henryk M. Broder, der damit auf einen Vorfall anspielt, der sich am Morgen des 5. Juli zugetragen hat. Es geht um den Vorfall, der sich in der Berliner Madame-Tussauds-Ausstellung ereignete, bei dem ein 41-jähriger Mann aus Erbostheit mit den Worten "Nie wieder Krieg!" der neuen, umstrittenen Hitler-Wachsfigur den Kopf im "Führerbunker" abriss. Schon also der zweite Besucher "hat sich endlich getraut(!)" (Zitat einer älteren Dame die an dem nun leeren Bunker vorbeiging) und geschafft, was eigentlich zwei "Sicherheitsmänner" verhindern sollten, die für den Schutz Adolf Hitlers (...Figur) sorgen und das Posen mit diesem unterbinden sollten. Der Schaden beläuft sich auf (angeblich) 200.000 Euro. Jetzt wird diskutiert, ob Hilter überhaupt noch einmal "wenige hundert Meter vom ehemaligen Ort der Reichskanzlei entfernt als Touristen- Attraktion" ausgestellt werden soll.

Quelle: taz.de

Der Mann stehe angeblich der "linken Szene" nahe was die Medien gerne hervorheben. Doch ändert dies nichts an dem grundlegende Widerstand, den wohl einige (wenige?) Menschen (noch?) gegen die Zurschaustellung des wohl grässlichsten Menschen des letzten Jahrhunderts und vielleicht der letzten Jahrhunderte, hegen.

Mittwoch, 11. Juni 2008

Beschlossen - der Einbürgerungstest!

Der umstrittene Test den einbürgerungswillige Migranten bestehen müssen ist beschlossene Sache. Ab 1. September wird er bundesweit eingeführt. Aus einem Pool aus 310 Fragen zu "Politik in der Demokratie", "Geschichte und Verantwortung" und "Mensch und Gesellschaft" müssen Migranten 33 (komische Zahl, nicht?) Fragen für 25 Euro beanworten. Um die deutsche Staatsbürgerschaft zu erhalten ist zudem Vorraussetzung acht Jahre in Deutschland gelebt zu haben, seinen Unterhalt selbst bestreiten zu können, Deutsch sprechen, nicht wegen schwerer Straftaten verurteilt worden zu sein und eine Anfrage vom Verfassungsschutz übersteht (!). Die von der Berliner Humboldt Universität entwickelten Fragen seien reine Wissensfragen und keine Gesinnungsfragen. Ein solcher Fragebogen hat schon in Baden-Württemberg für großen Protest gesorgt, mit dem vor allen Dingen Muslime ausgefragt wurden. BW will allerdings an Gesinnungsfragen (trotz bundeseinheitlicher Regelung) festhalten; die Fragen zur Homosexualität sind allerdings (immerhin...) gestrichen worden.

Quelle: taz.de

Ich frage mich ernsthaft was ein solcher Test, abgesehen von rein formaler Schikane, bringen soll. Was genau bezweckt der Test, was sagt der über die Qualität eines Menschen (in diesem Fall Ausländer) aus? Mal abgesehen davon, dass die meisten Deutschen ("im Sinne des Grundgesetzes") bei diesem Test gnadenlos versagen würden, wurde ein ähnlicher Test vor kurzem erst fallen gelassen, nachdem die Fragen "schlichtweg zu schwer waren"(taz.de). Ich weiß ja nicht welcher und wieviele Geburtsdeutsche diesen Test oder die Fragen "spaßeshalber" schon einmal versucht haben; ganz so einfach sind die Fragen nicht, schon gar nicht für Ausländer. Aber gut mal abgesehen davon: die Bundesregierung selber hält daran fest, dass diese Fragen reine Wissensfragen (und keine der Gesinnung erfragenden) seien und dass diese (wie gesagt insgesamt 310, ähnelt fast einem Theoriebogen eines Führerscheins ^^ ) durchaus erlernbar sind. Gut, nur was soll der Test dann ernsthaft bringen?? Gut natürlich gibt es Dinge, die zum Allgemeinwissen gehören und die jeder Deutsche über sein Land wissen sollte. Nicht aber jedoch wissen muss, um sich "Deutscher" nennen zu "dürfen"! Denn das muss man sich einmal ins Gedächtnis rufen: für die Bundesregierung definiert sich jmd. (der nicht automatisch deutscher Staatsbürger ist, weil er zufällig in diesem Land geboren wurde) als Deutscher über einen 25-Euro Test (der nebenbei beliebig oft wiederholt werden kann-für jeweils 25 Euro wie gesagt) der nur allgemeine Wissensfragen enthält. Nur wenn er diese richtig beanwortet bzw. nach richtiger Beantwortung wird er von einem Ausländer zu einem "Deutschen im Sinne des Grundgesetzes" (mit allen "Rechten" und Pflichten).
Ich zweifle erheblich an der Sinn dieses Test um Deutscher zu werden. Gut, einige werden sich darüber freuen, dass die Zahlen von Eingebürgerten weiter sinkt, andere dass die Kassen dadurch aufgebessert werden (denn welcher Ausländer besteht den Test denn schon beim ersten Mal....oder?)

Es würde jetzt zu weit führen, diese Begebenheit mit dem mehr oder weniger neuen Asylrecht zu vergleichen, um zu beweisen, dass der deutschen Staat in diesem Sinne rassistisch handelt (dass es so ist, belegt ein sehr bekannten Neo-Nazi Experten und ja er ist Deutscher und sogar weiß!)

In diesem Sinne:
"Solidarität heißt Widerstand,
Kampf dem Faschismus in jedem Land (auch im deutschen)!"

Dienstag, 27. Mai 2008

"Helfer" und Blauhelme vergehen sich laut Studie an Kindern

London (AFP) - Angehörige von UN-Friedenstruppen und Mitarbeiter von Hilfsorganisationen vergehen sich nach Angaben von Save the Children in Krisengebieten wie Haiti, dem Sudan und der Elfenbeinküste in erschreckendem Umfang an Kindern. Unter den Opfern seien auch Kinder im Alter von erst sechs Jahren, wie es in einer Studie der britischen Hilfsorganisation heißt. Die Kinder würden im Austausch gegen Lebensmittel, Seife oder Mobiltelefone zu sexuellen Handlungen gezwungen. Der Missbrauch habe ein "bedeutendes Ausmaß" erreicht.
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"Die Studie offenbart die abscheulichen Handlungen einer kleinen Zahl von Tätern, welche die verletzlichsten Kinder der Welt missbrauchen, statt sie zu beschützen", sagte Save the Children-Chefin Jasmine Whitbread. "Ein größerer Machtmissbrauch und eine schamlosere Gewalt gegenüber den Rechten von Kindern ist kaum vorstellbar." Nach Angaben der Organisation sind neben Angehörigen der UN-Friedenstruppen auch Mitglieder vieler regierungsunabhängiger Organisationen in die Vorfälle verwickelt, darunter auch Save the Children selbst. Die Organisation forderte international koordinierte Maßnahmen zur Überwachung und Aufdeckung des Missbrauchs.

[...]

"Die Studie offenbart die abscheulichen Handlungen einer kleinen Zahl von Tätern, welche die verletzlichsten Kinder der Welt missbrauchen, statt sie zu beschützen"....viel mehr braucht man zu den negativen Seiten von "Friedenseinsätze" (sein sie von der UN mandiert oder auch nicht) nicht wirklich sagen....

Der gesamte Artikel ist hier nachzulesen

Montag, 19. Mai 2008

Arme Deutsche; Deutsche Armut

Wer es noch nicht gehört hat, dem sei es hier wieder einmal gesagt.
Nach dem Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung, der heute veröffentlicht wird, ist nun auch offiziell klar was in Deutschland sich schon in den letzten Jahrzehnten abzeichnet:Die Mitteschicht schwindet und rutscht ab. Die Reichen werden reicher; die Armen werden ärmen13 Prozent gelten derzeit in Deutschland als arm (Nettoeinkommen von weniger als 781 Euro). Jeder VIERTE würde phne Sozialleistungen wie ALG etc. sogar laut Definition in Armut leben! Erschreckende Zahlen angesichts der doch positiven Entwicklung der Wirtschaft.
Zynisch, denn wo das Wachstum seit Jahren stetig steigt, sinken die Reallöhne immer weiter; hinzu kommen immer höhere Steuerabgaben. Insbesondere die Mehrwertsteuer sei hier noch mal erwähnt. Behauptete doch die SPD vor der Koalition mit der Union "mit ihr sei keine Mehrwertsteuererhöhung" zu holen, wurde der Steuersatz doch mit unglaublichen 3 % (eine sehr hohe Steuererhöhungen) auf 19% gehoben! Schlimm, denn dies trifft z.B. Familien gleich doppelt. Währen Singles die Mehrwersteuer bei jedem Einkauf für ihre persönlichen Dinge einmal zahlen, muss bspw. eine Familie mit 2 Kindern die Steuer auf Einkäufe auch für ihre Kinder mitbezahlen, auch wenn diese ja noch über kein eigenes Einkommen verfügen...eine doppelte Belastung der Eltern/Familien also. Die Schere zwischen Arm und Reich driftet immer weiter auseinandern-seit JAHREN. Während die einen noch überlegen welches Diamant-besetzte Handy sie auf der "Millionärsmesse" in München aus Spaß am Luxus kaufen, müssen woanders alleinerziehende Eltern überlegen wie sie ein Pausenbrot für ihr Schulkind finanzieren können und wo sie ihr kleineres Kind hinstecken, während sie 8 Stunden arbeiten gehen. Und nicht nur beim Essen mangelt es lächerlicherweise; auch bei der Schulbildung fehlt Geld für Bücher, Hefte, Stifte- alltägliche Dinge die eigentlich eine Selbstverständlichkeit ist bzw. sein sollte. Ähnliches gilt für das Gesundheitswesen, welches sich immer mehr zu einem starken 2-Klassen System entwickelt, welches einhergeht mit der ungerechten (aber aus der Sicht von Ärzten verständlichen) Bevorzugung von Nicht-Kassen-Patienten, also Privat Versicherten. Als ob die Praxisgebühr nicht schon genug wäre, jetzt muss man sich noch ernsthaft überlegen für welchen Teil seiner Gesundheit man Geld ausgeben mag resp. kann. Wie sollen Kinder armer Familien so aus eigener Kraft denn noch aus ihrer Perspektivlosigkeit heraus?
Geht eigentlich kaum....denn diese Zustände sind vom Staat bedingt. Seit 1997 wird z.B. keine Vermögenssteuer mehr erhoben. Zudem ist unser Steuersystem nicht progressiv genug. Auch die Erbschaftssteuer muss neu überlegt werden. Nach Rechnungen der Linken wäre z.B. allein über die Besteuerung von Erben der oberen 10 000 eine Summe von 8 Milliarden Euro zu erwirtschaften. Und dies nur über eine Besteuerung von Erbschaften oberhalb eines Wertes von einer Million Euro. Gering verdienende und auch die Mittelschicht wären davo gar nicht betroffen, allerdings könnte so z.B. das Bidlungswesen immens profitieren. Doch die Bundesregierung scheint nach Lafontaine einfach "zu feige zu sein, Reiche mehr einzubeziehen". Neoliberale wie die FDP würden zwar sagen das sei Quatsch, denn jeder kriege das was er verdient (also wenn er "richtig" arbeite). Doch wie kommt es dann, dass nur einer von sieben Nicht-Akademiker Kindern studiert? Weil die anderen automatisch zu faul sind und gar keine gute Bildung wünschen? Unsinn! Es fehlt an Chancengleichheit. Und dies kann über die Erbschaft anfangen, denn die die Millionen und Milliarden scheffeln; glaubt ihr wirklich dass die so viel gearbeitet haben? So viel wie die besitzen kann man in einem Leben nicht arbeiten! Nein, durch die Ausbeutung von Arbeitern zu Hochzeiten des Kapitalismus vermehrten ihre Ahnen gierig ihr Kapital, ohne dass die die dafür wirklich schufteten je viel davon abbekommen hätten. Und durch das Erbe wurde sichergestellt, dass das Vermögen in der Familie bleibt (ich erinnere nur einmal and das berühmte Beispiel der Quandt Familie die ihr Imperium durch Sklavenarbeit in KZs des "Dritten Reichs" aufbauten und sich dann geschickt den "Nürnberger Prozessen" entzogen).

Quelle: taz.de

Wie kann es in einer Demokratie sein, dass die Mehrheit der Bevölkerung nur ein Drittel des Gesamtkapitals Deutschlands besitzt? Und damit eine deutliche Minderheit (von ca 10 %) die absolute Mehrheit. Keiner kann mir sagen, dass einfach die Mehrheit des Volkes faul sei oder nicht genügend arbeite. Nein, das ist sicher nicht die Antwort. Die Antwort ist nur über die Gier des Kapitalismus zu definieren und zu finden!

B. Brecht formulierte diesen Umstand in einem treffend Gedicht folgendermaßen:

Reicher Mann und armer Mann
Standen da und sahn sich an.
Und der Arme sagte bleich:
Wär ich nicht arm, wärst du nicht reich.

(Berthold Brecht, Das Alfabet)



edit: unter den Kinder Deutschlands gilt sogar jeder sechste als arm...

Freitag, 16. Mai 2008

Ehemaliger Gewerkschaftschef wechselt nun auch offiziell seine Ansicht

Wie macht man sich auf eine leichte Weise unbeliebt? Indem man z.B. ehemalige Kollegen und Mitstreiter verrät. So wie z.B. Norbert Hansen, ehemaliger der privatisierungsfreundlichen Bahngewerkschaft Transnet und künftiger Personalchef bei der Deutschen Bahn (DB). Der Bild sagte er, "man müsse weiter rationalisieren" und "dies ginge nicht ohne Stellenabbau" (dies allerdings "ohne Kündigungen"). Zudem schlug er in diesem Sinne vor, dass bspw. Lokführer auch einmal für die Sauberkeit ihrer Züge so ganz nebenbei sorgen könnten. Bahnchef Hartmut Mehdorn aber behauptet, s gebe weder entsprechende Pläne, "und schon gar nicht gibt es derartige Beschlüsse" und weist Hansen so erstma in die Schranken.
Nicht von der Hand zu weißen ist allerdings der Umstand, dass Hansen selbst mit dieser Aussage wie ein Verräter da steht; zunächst (angeblich) für die Arbeitnehmer kämpfend, zeigt er jetzt sein wahres Gesicht, indem er mit Stellenabbau droht. Sehr schlecht durchdacht. Schlecht durchdacht auch die Teilprivatisierung der Bahn, die er befürwortet. Denn der Einfluss privater Invenstoren wird dahin gehenden steigen, dass Arbeitnehmer jetzt vor Bedrohungen seitens Investoren-Interessen bangen müssen, die natürlich den eigenen Gewinn im Vordergrund sehen. Und eine Steigerung der Gewinne lässt sich natürlich durch "Rationalisierung" ermöglichen, noch einfacher aber indem man bei den Arbeitsplätzen "rationalisiert".

Quelle: taz.de

Nokia Schließung Endgültig

Das was am 15. Januar 2008 vom finnischen Konzern beschlossen wurde, ist heute endgültig vollbracht: die völlige Schließung des Nokia Werkes in Bochum zu Gunsten der Verlagerung nach Rumänien und somit die Arbeitslosigkeit von Hunderten Deutschen.
Nokia hatte trotz massiver Proteste und Demonstrationen seitens Arbeitnehmern und Politikern, von denen einige SPD-Angehörige sogar symbolisch aus Protest ihr Nokia Handy zurückgaben, die Entscheidung das Werk in Bochum zu schließen nicht zurückgenommen. Und dies obwohl sie Milliardengewinne auch den Arbeitnehmern aus Bochum zu verdanken haben. Hinzu kommt, dass der Konzern treffend als "Subventions-Nomaden" bezeichnet werden, die mit viel viel Geld subventioniert werden, damit sie Arbeitsplätze im jeweiligen Land schaffen (diese Bedingungen sind vertragsgebunden!). Laufen die Subventionen aus, streichen sie ihre Gewinne ein und eröffnen eine Hanldung in einem anderen Land, welches ihnen von der EU geförderte Subventionen zusichert.
Selbst CDU Politiker bezeichnen dies als "Kapitalismus in seiner schärfsten Form". Letztlich hat dies den jahrenlangen Arbeitnehmern nichts genutzt genauso wenig, dass das Land NRW juristisch berechtig versucht hat gegen Nokia vor zu gehen (da sie die Subventionsbedingungen nicht erfüllt haben).
Dies ist einer von vielen Fällen (wenn auch einer der wohl offen schwerwiegendsten) Auswüchse von Kaitalismus, dessen Boshaftigkeit gegenüber Menschen durch die EU ermöglicht wurde. Nur jetzt wo es deutsche Bundesbürger selber betrifft, interessiert es plötzlich jeden, doch wenn dies von Deutschland (oder anderen EU Industristaaten) im Ausland geschieht (oder auch im Inland freilich) wird es sträflich vernachlässigt. Die Ausbeutung von Arbeit und Menschen wird auch nach diesem "Vorfall" weiter gehen und wenige wird es kümmern, bis es auf sie selber offensichtlich und direkt (und indirekt geschieht es natürlich schon lange...) zurück fällt!
Darum heißt es nach dem Motto des Marxistischen Forums der Linkspartei: „Ausgebeutete und Unterdrückte aller Länder: Vereinigt euch!

Mittwoch, 14. Mai 2008

Zionismus vs Antizionismus

Derzeit wird in der Partei "Die Linke" heiß diskutiert, nach einer Rede des Fraktionsvorsitzenden Gysi auf der "Tagung der parteinahen Rosa-Luxemburg-Stiftung zum Thema 60 Jahre Israel", in welcher er sich klar gegen Antizionismus aussprach und diese als "[..] für die Linke insgesamt, für die Partei Die Linke im Besonderen, keine vertretbare Position mehr sein." Gysi löst damit eine heiße (vor allem Partei interne) Diskussion darüber aus, wie "Die Linke" sich Israel (Zionismus) und Antizionismus ( und somit Israelkritik) gegenüber verhalten solle.
Als Zionismus bezeichnet man grob nationalistische Strömungen von Juden, die einen eigenen jüdischen Staat in Palästina (infolge des Antisemitismus) anstrebten. Dies ist heute mit dem "Staat" Israel unter sehr fragwürdigen Umständen mehr oder weniger erreicht, wenn auch damit in einer weiterhin sehr instabilen Umgebung. Antizionismus dagegen ist gleichzusetzen mit einer Kritik an Israel; nicht aber zu verwechseln mit Antisemitismus, da nicht pauschal gegen Juden, sondern gegen den Staat Israel bzw. gegen zionistische Denkweisen, die diesen "Staat" überhaupt erst bedingten ( zudem soll es auch eine Anzahl an Juden geben die gegen Zionismus sind) gewetteifert wird.
Antizionismus hat dabei durchaus berechtigte Kritik, denn eine imperialistische Handlungsweise im Gaza-Streifen und Palästina ist nicht von der Hand zu weisen! Zudem scheint es auch so auch so, als ob das was Antizionisten schon lange kritisieren wirklich Bestand hat, nämlich die Anstrebungen Israels ihr Territorium auf Palästina zu vergrößern - unrechtmäßig (gut auch darüber kann man sich sicherlich Jahrtausende lang streiten...) und durch Krieg auch völkerrechtlich ja wohl nicht zu befürworten. 
Der Nah-Ost Konflikt führe sogar so weit, dass eine Resolution der UN-Generalversammlung 1975 "Zionismus als eine Form von Rassismus" bezeichnete (diese wurde allerdings wieder unter heftiger Kritik zurückgenommen).

Quelle (über den Streit der "Linken)": taz


Meiner Meinung nach ist es wie Gysis Fraktionskollegin Ulla Jelpke der taz mitteilte "legitim, gegen Zionismus zu sein". Denn das was die Juden im "Dritten Reich" in Nazi-Deutschland oder in den (bspw) Warschauer Ghettos erlebt hatten, nichts was man jetzt an palästinensischen Kindern (und ihren Eltern...) auslassen muss! Kritik am Zionismus und an Israel ist definitiv berechtigt und darf nicht tabuisiert werden, schon gar nicht in einer Partei "Linke(n)"! Genausowenig finde ich aber, ist es nicht angebracht Antizionismus zu radikalisieren und sich mit Hisbollah-Fahnen antiisraelischen (teils auch terroristischen) Organisationen (wie der radikal islamischen Hamas)  solidarisch zu zeigen, denn das Übel ist dann letztlich dasselbe, nur der Charakter bzw. die Seiten, die Ansichten, haben sich geändert.

Donnerstag, 1. Mai 2008

1.Mai - Der Internationale Feiertag



Anlässlich des 1.Mai Feiertages habe ich beschlossen mir Zeit für einige Zeilen zu nehmen, um über diesen Tag zu schreiben.
Was die Römer früher als Fest zu Ehren der Blumen-Göttin Flora feierten, die Kelten auch kannte und im Laufe der Geschichte zur Walpurgisnacht wurde, ist heute gesetzlicher Feiertag in Deutschland sowie in vielen weiteren Länder z.B. Russland 
oder auch Mexiko.
Doch was steckt hinter diesem relativ neuen Feiertag als einen gesetzlichen?
Der 1.Mai wird als "der Tag der Arbeit" gefeiert, auch wenn, wie so viele altluge feststellen, dass an diesem Tage "paradoxerweise" nicht gearbeitet werde. Erstmals als Symbol der Arbeiterbewegung war der 1.Mai 1856 als in Australien an diesem Tag Generalstreiks ausgerufen wurden um den 8-Stunden-Tag durchzusetzen. Ein Jahr später: das gleiche in Amerika (Haymarket Riot). Schließlich, auf dem Gründungskongress der Zweiten Internationalen (Arbeiterbewegung) 1889, wurde zum Gedenken der Opfer des Haymarket Riot der 1. Mai als „Kampftag der Arbeiterbewegung“ ausgerufen. Am 1. Mai 1890 wurde zum ersten Mal dieser „Protest- und Gedenktag“ mit Massenstreiks und Massendemonstrationen in der ganzen Welt begangen. Und bis heute ist er ein wichtiger internationale Tag der der Arbeit gedenkt!
Als gesetzlichen Feiertag in Deutschland wurde er erstmals 1934 als "nationaler Feiertag" eingeführt.
Auch heute, in Zeiten wachsender Ungerechtigkeit und Ausbeutung, wird wieder für Arbeit demonstriert, teilweise mit gewaltvollen Ausschreitungen.
Letztlich ehrt 1.Mai den sozialistischen Kampf um Gerechtigkeit in der Arbeit - international, weltweit.





Hier zu sehen ist eine rote Mainelke, Symbol des ersten Mai (und seiner Aufstände). Die Blume als Symbol geht auf das Jahr 1890 zurück als das Sozialistengesetz (gro ein "Anti-Sozialistengesetz") noch in Kraft war und keine Fahnen mitgefürht werden durften. Statt dessen nahm man die rote Mainelke als Ausdrucksmittel.

Somit einen sozialistischen Gruß an alle Genosse und einen schönen ersten Mai!

Freitag, 11. April 2008

Rudi Dutschke - 40 Jahre Attentat

Die Schüsse fielen an einem Gründonnerstag vor dem SDS Büro in Westberlin. Drei von ihnen trafen das Opfer in den Kopf, welches nur sehr knapp überlebte. Abgefeuert wurden sie vermutlich aus rechtsextremen Hintergründen.
Genau heute am 11. April wurde vor genau 40 Jahren (1968) ein schwerwiegendes Attentat auf Rudi Dutschke verübt, an dessen Folgen er schließlich 1979 starb.
Rudi Dutschke sollte bis heute allen ein Begriff sein. War er wohl DIE Ikone der 68-er schlechthin. Ein Student der mit seinen Kommilitonen eine Studentenbewegung in Kraft setzte, die gegen bestehendes Unrecht, für eine sozialistische Revolution demonstrierte. Bis heute unvergessen und bis heute in unserer Kultur sichtbar.
Dutschke und seine Anhänger erhoben erstmals ihre Stimme einmal gegen den US-Imperialismus in Vietnam, aber auch gegen die undemokratischen Realsozialisten im Nachbarstaat DDR, den sie als Vasall der Sowjetunion (und auch die SowjetUnion als solche) ablehnten. Sie waren für einen demokratischen Sozialismus, der ausgehend von der breiten Masse der Bevölkerung ausgehen sollte, die faschistischen Laster der Vergangenheit aufarbeiten sollte und bestehende eingefahrene Institutionen reformieren sollten; hinsichtlich Bildung, Arbeit, Meinungsfreiheit und anderen linken Idealen sicherlich mit positivem Idealismus.
Nachdem die Proteste am 2.Juni 1967 erstmals, durch die Ermordung Benno Ohnesorgs durch einen Polizisten, der sich von den nachweißlich und umunstritten, zwar massenhaften, aber friedlichen und unbewaffneten jungen Demonstranten, bedroht fühlte, eine traurige Bestätigung fand (und aus der die spätere "Bewegung 2.Juni" hervor ging), war schließlich Rudi Dutschke, der der älteren Generation als "Kopf der Querulanten" erschien, dran. Dem Attentat ging in der Bevölkerungs (speziell Westberlins) eine unendlich lange Reihe von Hetzkampagnen gegen die Sudenten, die für einen echten demokratischen Sozialstaat im Gegensatz zur westdeutschen "repräsentativen" Demokratie rebellierten. Diese Kampagnen gingen vor allem von den Springermedien und dem politshcen Stadtrat aus, der Angst vor einer Denunzierung der "amerikanischen Retter" hatte. Durch diese offensichtliche Sympathisierung mit ihnen, fanden schließlich rechtsextreme Alt-Nazis wie auch große Teile der "Nicht-Studenten" ihre Bestätigung. Lächerlicherweise kam es sogar, auf einer Demonstration, die vom Berliner Stadtrat dahergehend organisiert wurde, indem er Arbeitern bezahlte Freistellung gewährte um mit zigtausend auf die Straße gegen die Studenten zu gehen, die als faschistische Maoisten beschimpft wurde, die also "Braune in Rot" seien, dazu, dass einer aus ihren eigenen Reihen, der gegen die Studenten demonstrierte, 
aufgrund seiner äußerlichen Ähnlichkeit zu Rudi Dutschke von seinen "Mitstreitern" aufs übelste verprügelt wurde. Eine Verwechslung zwar, die aber die Angst der Bevölkerung vor den "bösen" Studenten widerspiegelt.

Viel gibt es über die 68-er zu berichten, viel haben sie bewegt, doch viel mehr wollten sie erreichen. Nichtsdestotrotz, kann man ihnen nicht nachsagen, dass ihre Vorstellung von gemeinschaftlichem Leben, die auf Freiheit basiert und eine linke ist, unnütze Radikalen waren. Selbst  Sachen, wie die anti-autoritäre Erziehung ihrer Kinder, die sehr zuwider der alten Moralvorstellungen verlief,  war erfolgreich, sind doch 
die meisten der Kinder heute vernünftige Erwachsene, die einen ganz "normalen" Beruf haben und ein ganz "normales" Leben führen, vielleicht ein bürgerliches, aber ganz sicher ein von ihren stolzen Eltern positiv aufgeklärtes beeinflusstes.


Donnerstag, 10. April 2008

Resolution der Kommunarden

Ein relativ bekanntes Gedicht von Bertholdt Brecht, das sich auf die Pariser Commune. Die Pariser Commune war ein spontan gebildete, revolutionäre Pariser Stadtrat vom 18. März 1871 bis 28. Mai 1871 bezeichnet, der gegen den Willen der konservativen Zentralregierung versuchte, Paris nach sozialistischen Vorstellungen zu verwalten. Die Pariser Kommune gilt als Vorbild für die Rätedemokratie.
Das Gedicht wurde neben Hanns Eisler auch von Bands wie "Ton Steine Scherben", "Heiter bis Wolkig" und "Oktoberklub" vertont. Wens interessiert kann ja mal unter den jeweiligen Links reinhören.

Hier das komplette Gedicht von Brecht:

1. In Erwägung unserer Schwäche machtet
ihr Gesetze, die uns knechten soll'n
die Gesetze seien künftig nicht beachtet
in Erwägung,
daß wir nicht mehr Knecht sein woll'n.

Refrain:
In Erwägung, daß ihr uns dann eben
mit Gewehren und Kanonen droht
haben wir beschlossen,
nunmehr schlechtes Leben
mehr zu fürchten als den Tod.

2. In Erwägung, daß wir hungrig bleiben
wenn wir dulden, daß ihr uns bestehlt
wollen wir mal feststell'n,
daß nur Fensterscheiben
uns vom Brote trennen, das uns fehlt.

Refrain ...

3. In Erwägung, daß da Häuser stehen
während ihr uns ohne Bleibe laßt
haben wir beschlossen, jetzt dort einzuziehen
weil es uns in uns'ren Löchern nicht mehr paßt.

Refrain ...

4. In Erwägung, es gibt zuviel Kohlen
während es uns ohne Kohlen friert
haben wir beschlossen, sie uns jetzt zu holen
in Erwägung, daß es uns dann warm sein wird.

Refrain ...

5. In Erwägung, es will euch nicht glücken
uns zu schaffen einen guten Lohn
übernehmen wir jetzt selber die Fabriken
in Erwägung, ohne euch reicht's für uns schon.

Refrain ...

6. In Erwägung, daß wir der Regierung
was sie immer auch verspricht,
nicht trau'n
haben wir beschlossen, unter eig'ner Führung
uns ein gutes Leben aufzubau'n .

In Erwägung, ihr hört auf Kanonen
and're Sprachen könnt ihr nicht versteh'n
müssen wir dann eben, ja das wird sich lohnen
die Kanonen auf euch dreh'n.

Quelle: *klick*

Samstag, 29. März 2008

Wilderts schamlos populistisches Hetzvideo

Wer es noch nicht kennt, hier das wohl derzeit umstrittenste Video des niederländischen "Politikers" Geert Wilders. Wie schamlos muss ein offensichtlicher Rechts-Populist (zuerst wollte ich rechts-populistischer "Mensch" schreiben)"sein, um den Koran dreisterweiser mit Hitlers "Mein Kampf" zu 
vergleichen
und damit den Islam auf schamloseste Weise zu pauschalisieren und es als faschischtische Ideologie "entgegen seinem eigenen Weltbild" zu brandmarken. 

Eine destruktive Angst Schinderei, die wohl verblendeter nicht sein könnte!



Natürlich sind diese Bilder unglaublich schockierend. Diese frevelhaften Taten, begangen von islamistischen Terroristen und anderen Islamisten, sind aufs tiefste verabscheuend und bedrückend. Fanatismus jeglicher Art, ob religiös oder sonst was, ist von Grund auf abzulehnen und ich hoffe, dass radikale Muslime sich endlich besinnen. Doch genauso hoffe ich auch, dass alle sich auf die Relationen besinnen, die dieses Video völlig außen vor lässt!

Dalai Lama als undemokratisches Oberhaupt Tibets?

Zur Zeit gibt es ja wieder heftige Unruhen in Tibet, angestachelt vom Wut unterdrückter Tibeter gegen ihre Besatzungsmacht. China greift hart durch und versucht die ausbrechende Gewalt in ihrer Provinz ebenfalls mit 
gewaltvollen, 
also militärischen Aktionen zu unterbinden. In der westlichen Berichterstattung wird erwähnt, dass China im Vergleich zu früheren vergleichbaren Situationen (s.  z.B. tiananmen square) sich zwar noch relativ zurückhält, aber auch, dass jegliche militärische Intervention gegen (nicht immer friedliche) Demonstranten unverantwortlich sei. Und dies stimmt, natürlich!
Schließlich sind paramilitärische Tibeter gegen chinesisches Militär praktisch schutzlos.
So weit so gut, dem schließe ich mich voll an; militärische Interventionen sind nie der richtige Weg....

Interessant ist aber auch die Zwiespältigkeit des Westens hinsichtlich ihrer Sympathisierung mit dem Dalai Lama, dem "geistigen" Oberhaupt Tibets. Wir erinnern uns: die chinesische Regierung wird u.a. dazu aufgefordert demokratischer zu sein und Menschenrechte (wie Meinungsfreiheit) uneingeschränkt einzuhalten. Diese Forderungen sind auch für mich grundlegende
 Notwendigkeiten für ein (globales) Miteinander. Doch ist im Bewusstsein der Menschen offenbar nicht, dass auch der Dalai Lama und seine Mönche sich undemokratisch verhalten und dies schon länger als der 300-jährige Konflikt mit China andauert.

 Neben der Kritik an Kontakten zu früheren Nazis und seinen (angeblichen?) Frauen- und homosexuellenfeindlichen Positionen ist der Dalai Lama ist durch NICHTS demokratisch legitimiert und hat auch nach seiner Exil-Flucht nie den Versucht gewagt sich im Nachhinein in der indischen "Exilsregierung" demokratisch legitmieren zu lassen. Ist dies nach "westlichen" Verständnis nicht ein "No-Go"?Mit gutem Grund? Schließlich bestimmen in der buddhistischen Religionen seit je her Mönche untereinander, abgeschottet vom Rest der Bevölkerung, die sie, aufgrund der tibetischen Kultur, in Tibet ja mitregieren! Nach dem Tod des buddhistischen Oberhaupts, wird ein Nachfolger (als Kind) durch "Weißsagungen" und anderen mysteriösen Riten bestimmt. So wird die Regierungsgewalt innerhalb der Mönche bewahrt: eine
 Art
theokratischer  Feudalismus ensteht (bzw. entstand), der (wenn auch früher sehr viel schlimmer wie heute) die einfache Bevölkerung durch den Missbrauch von Religion unterdrückt und ausbeutet.

Ich wusste von vielen dieser Umstände bisher (auch) noch nichts. Wichtig ist mir, und dies versuche ich mit meinem Artikel zu veranschaulichen, dass differenziert betrachtet wird und in den Köpfen den Menschen das Bewusstsein zu schärfen, erkennen zu können, wo es sich um offensichtliche (z.B. chinesische) Propaganda handelt und wo wahre Kerne dahinter stecken könnten, die bisherigen verehrte Moralvorstellungen
 vielleicht wider- sprechen könnten. So sehr ich den Buddhismus als eine der sinnvollsten (Welt-)Religionen schätze, so sehr verabscheut mich der schamlose und stursinnige Missbrauch von Religion und "Moral".

Quelle: jW

Dienstag, 18. März 2008

Aktion Wegschauen



Interessanter ARD-Report über einen Fall, wieso Polizisten denAuftrag bekommen Nazis schonen

Samstag, 15. März 2008

Anarchismus - Fluch oder Segen?

Was mir zur Zeit hinsichtlich linker Modelle auffällt ist, wie sehr diese in der Mehrheit der Bevölkerung doch sehr als negativ empfunden wird. Man begegnet ihnen wenn es gut läuft "nur" mit Skepsis. In der Regel aber werden linke Ideen großteils kategorisch abgelehnt, weil Schlagwörter wie Kommunismus, Sozialismus oder Anarchismus eine unangenehme Wirkung erzeugen, die aber NUR auf Vorurteilen basiert bzw. auf Vorurteile basieren MUSS; denn sonst würden diese Vorurteile gar nicht Bestand haben. Und genau dies regt mich so auf; man setzt sich gar nicht mehr mit Ideen auseinander, sondern entscheidet im Vornherein, was für "richtig" oder "falsch" ist.
Ein passendes Beispiel ist der Anarchismus. Würden die Leute, die Anarchismus für Chaos ("es herschen Chaos und Anarchie [...]") halten, sich über diesen Begriff informieren, würden sie feststellen, dass im Laufe der Geschichte sich dieser zu einem überaus positiven gewandelt hat: Frieden, Ordnung durch kollektives Übernehmen von 
Verantwortung 
in
Abwesenheit von Herrschaft. Fehlende Ordnung unter diesen Bedingungen wird anders genannt, nämlich ANOMIE ! Lustig ist, dass die Menschen, die diesen Begriff missbrauchen gerne ihren Kindern auch mal sagen: "Erst denken, dann reden. Benutz keine Begriffe, die du selber nicht verstehst!" Naja, so viel dazu.....
Unabhängig davon ob Anarchie in Ländern wie z.b. Deutschland als EINEN VON VIELEN kapitalistischen Industriestaaten Europas durchsetzbar, sinnvoll oder Schwachsinn ist, ist zumind. zu diskutieren.
Wichtig ist, nicht im Vornherein Dinge abzulehnen die Glück für einen bedeuten.
Das Beispiel Anarchie ist hier ein treffendes Beispiel, da Anarchie ein utopische Form des Lebens darstellt, aber in der heutigen Gesellschaft von der Mehrheit stellvertretend für eine schmarotzende Lebensweise missbraucht wird.

Mfg Smisery

Donnerstag, 13. März 2008

Faschistoide Tendenzen in der Schule

Eine kleine Geschichte, die ich heute in der Schule miterleben "durfte":

Lehrerin (Frau K.): "Wer kann mir sagen wer als neuer UN-Generalsekretär Nachfolger von Kofi Annan ist?"
Schüler: "Ein Japaner oder so?"
Frau K.: "Nein, aber
auch ein SCHLITZAUGE"
(schallendes Gelächter der großen Mehrheit der Schüler folgt...)
Mein Gedanke: "Soll ich fragen, ob meine Mutter auch ein Schlitzauge ist?"

ENDE

Diskussionsfrage: Interessieren würde mich jetzt wie ihr das seht? Da ich zum 
Teil asiatischen Hintergrund besitze, ist mein Gedanke am Schluss doch ver-
ständlich oder?
Mich interessiert aber vor allem ob man dies ausweiten kann? Es ist ein Bespiel von vielen wie an deutschen Schulen, ob beabsichtig oder nicht, Rassismus eine Rolle spielt - und nichts anderes ist diese beleidigende Verallgemeinerung. Ist dies ok? Nur ein Spaß? Nichts ernst gemeintes? Und wenn ja, sind solche rassistischen Äußerung einer gymnasialen Oberstufen Lehrerin in einem bedeutenden Fach wie Deutsch zulässig, als "Nichtigkeit" zu tolerieren oder sind auch solche faschistoide Tendenzen nicht mehr als unangebracht?

Ich persönlich bin der Meinung, dass, wo auch immer, man IMMER seine Wortwahl so wählen sollte, dass sie u.a. weder beleidigend noch schlecht durchdacht wirkt! Rassistische Äußerungen sind von Lehrern 
(auch wenn wohl nich alle faschistisch motiviert sind) inakzeptabel...

Donnerstag, 28. Februar 2008

Über die antikommunistische Tradition Deutschlands heute

Was wir in den letzten Tagen, politisch auf Landesebene, in Hessen und Hamburg erlebt haben
ist wohl der bisherige Gipfel antikommunistischer Hetze!
Dass Die Linke endlich den Sprung in die westdeutschen Parlamente geschafft hat (und dies
mit großem Erfolg) erschreckt die etablierten Volksparteien offenbar so sehr, dass ab sofort
nur jedes "linkspositive" Wort mit vehementen Widersprechen contra gegen wird; um so
verloren Wähler zurück zu gewinnen vielleicht?
Mal abgesehen davon, dass die Parteimehrheit der Linken sich klar von radikalen Kommunisten
abgrenzt, werden Hetzkapaden gegen die DKP jetzt auch gegen die Linke verwendet. Gutes
Bespiel ist da wohl die Hetzkampagne gegen Christel Wegner, DKPlerin, die durch Listen der
Linken den Sprung in ein Parlament schaffte. Ihr wurde nachgesagt, sie hätte in einem "Panorama"
Interview dazu bekannt, "sich die Stasi zurück zu wünschen". So sehr auch ich Kritik an der DKP
habe, so sehr stört es mich, dass wohl die wenigsten sich das Interview einmal angeguckt haben!
Vielmehr scheint es als hätte die populistische Mehrheit der Medien es nach "Springer" Manier
geschafft, Schlagzeilen und somit Diskussion und Auflagen für sich gewonnen. Ich weiß nicht
was die Frau Wegner über Stasi, DDR und CO denkt (und ich hoffe sie empfindet nur negatives
demgegenüber) doch erwähnte sie in diesem Interview mit keinem Wort ihre angeblichen
Sympathisierung mit Stasi-ähnlichen Organen! Und trotzdem wird dadurch erreicht eine Hetzkampagne
 gegen die Linke
zu führen? Wer mir nicht glaub kann sich gerne selbst überzeugen (Quelle).
Übrigens: Ohne die Stasi-Verbrecher schön reden zu wollen: pro Jahr sterben an den Grenzen USAs zu Mexiko mehr Menschen als in der gesamten Zeit der Mauer.

Ich bin froh, dass Die Linke es letztendlich geschafft hat, sich in westdeutsche Parlamente
wählen zu lassen, denn so sind die "etablierten" Parteien gezwungen, sich endlich mit 
linken Parteiprogrammen intensiver auseinander zu setzten; nicht zu 
vergessen ist zum einen, dass die SPD direkt aus der von Karl Marx mitgegründeten „Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands“ ihren Ursprung hat, zum anderen, dass deshalb
Sozialdemokratie (von der SPD leidenschaftlich propagiert und von der CDU angeblich ange-
strebt) "Nichts anderes ist, wie demokratischer Sozialismus" (Zitat eines SPDlers, leider habe ich
den Namen vergessen) und auch heute noch so in vielen sozialdemokratischen
Parteiprogrammen
steht!

Möge Die Linke sich ihre linke Position erhalten und nicht so bürgerlich enden, wie bspw.
"Die Grünen" und mit ihr als (mind.!) drittstärkste Partei die antikommunistische Tradition Deutschlands durch den wirklichen demokratischen Sozialismus beenden!