Derzeit wird in der Partei "Die Linke" heiß diskutiert, nach einer Rede des Fraktionsvorsitzenden Gysi auf der "Tagung der parteinahen Rosa-Luxemburg-Stiftung zum Thema 60 Jahre Israel", in welcher er sich klar gegen Antizionismus aussprach und diese als "[..] für die Linke insgesamt, für die Partei Die Linke im Besonderen, keine vertretbare Position mehr sein." Gysi löst damit eine heiße (vor allem Partei interne) Diskussion darüber aus, wie "Die Linke" sich Israel (Zionismus) und Antizionismus ( und somit Israelkritik) gegenüber verhalten solle.
Als Zionismus bezeichnet man grob nationalistische Strömungen von Juden, die einen eigenen jüdischen Staat in Palästina (infolge des Antisemitismus) anstrebten. Dies ist heute mit dem "Staat" Israel unter sehr fragwürdigen Umständen mehr oder weniger erreicht, wenn auch damit in einer weiterhin sehr instabilen Umgebung. Antizionismus dagegen ist gleichzusetzen mit einer Kritik an Israel; nicht aber zu verwechseln mit Antisemitismus, da nicht pauschal gegen Juden, sondern gegen den Staat Israel bzw. gegen zionistische Denkweisen, die diesen "Staat" überhaupt erst bedingten ( zudem soll es auch eine Anzahl an Juden geben die gegen Zionismus sind) gewetteifert wird.
Antizionismus hat dabei durchaus berechtigte Kritik, denn eine imperialistische Handlungsweise im Gaza-Streifen und Palästina ist nicht von der Hand zu weisen! Zudem scheint es auch so auch so, als ob das was Antizionisten schon lange kritisieren wirklich Bestand hat, nämlich die Anstrebungen Israels ihr Territorium auf Palästina zu vergrößern - unrechtmäßig (gut auch darüber kann man sich sicherlich Jahrtausende lang streiten...) und durch Krieg auch völkerrechtlich ja wohl nicht zu befürworten.
Der Nah-Ost Konflikt führe sogar so weit, dass eine Resolution der UN-Generalversammlung 1975 "Zionismus als eine Form von Rassismus" bezeichnete (diese wurde allerdings wieder unter heftiger Kritik zurückgenommen).
Quelle (über den Streit der "Linken)": taz
Meiner Meinung nach ist es wie Gysis Fraktionskollegin Ulla Jelpke der taz mitteilte "legitim, gegen Zionismus zu sein". Denn das was die Juden im "Dritten Reich" in Nazi-Deutschland oder in den (bspw) Warschauer Ghettos erlebt hatten, nichts was man jetzt an palästinensischen Kindern (und ihren Eltern...) auslassen muss! Kritik am Zionismus und an Israel ist definitiv berechtigt und darf nicht tabuisiert werden, schon gar nicht in einer Partei "Linke(n)"! Genausowenig finde ich aber, ist es nicht angebracht Antizionismus zu radikalisieren und sich mit Hisbollah-Fahnen antiisraelischen (teils auch terroristischen) Organisationen (wie der radikal islamischen Hamas) solidarisch zu zeigen, denn das Übel ist dann letztlich dasselbe, nur der Charakter bzw. die Seiten, die Ansichten, haben sich geändert.
Mittwoch, 14. Mai 2008
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