Freitag, 11. April 2008

Rudi Dutschke - 40 Jahre Attentat

Die Schüsse fielen an einem Gründonnerstag vor dem SDS Büro in Westberlin. Drei von ihnen trafen das Opfer in den Kopf, welches nur sehr knapp überlebte. Abgefeuert wurden sie vermutlich aus rechtsextremen Hintergründen.
Genau heute am 11. April wurde vor genau 40 Jahren (1968) ein schwerwiegendes Attentat auf Rudi Dutschke verübt, an dessen Folgen er schließlich 1979 starb.
Rudi Dutschke sollte bis heute allen ein Begriff sein. War er wohl DIE Ikone der 68-er schlechthin. Ein Student der mit seinen Kommilitonen eine Studentenbewegung in Kraft setzte, die gegen bestehendes Unrecht, für eine sozialistische Revolution demonstrierte. Bis heute unvergessen und bis heute in unserer Kultur sichtbar.
Dutschke und seine Anhänger erhoben erstmals ihre Stimme einmal gegen den US-Imperialismus in Vietnam, aber auch gegen die undemokratischen Realsozialisten im Nachbarstaat DDR, den sie als Vasall der Sowjetunion (und auch die SowjetUnion als solche) ablehnten. Sie waren für einen demokratischen Sozialismus, der ausgehend von der breiten Masse der Bevölkerung ausgehen sollte, die faschistischen Laster der Vergangenheit aufarbeiten sollte und bestehende eingefahrene Institutionen reformieren sollten; hinsichtlich Bildung, Arbeit, Meinungsfreiheit und anderen linken Idealen sicherlich mit positivem Idealismus.
Nachdem die Proteste am 2.Juni 1967 erstmals, durch die Ermordung Benno Ohnesorgs durch einen Polizisten, der sich von den nachweißlich und umunstritten, zwar massenhaften, aber friedlichen und unbewaffneten jungen Demonstranten, bedroht fühlte, eine traurige Bestätigung fand (und aus der die spätere "Bewegung 2.Juni" hervor ging), war schließlich Rudi Dutschke, der der älteren Generation als "Kopf der Querulanten" erschien, dran. Dem Attentat ging in der Bevölkerungs (speziell Westberlins) eine unendlich lange Reihe von Hetzkampagnen gegen die Sudenten, die für einen echten demokratischen Sozialstaat im Gegensatz zur westdeutschen "repräsentativen" Demokratie rebellierten. Diese Kampagnen gingen vor allem von den Springermedien und dem politshcen Stadtrat aus, der Angst vor einer Denunzierung der "amerikanischen Retter" hatte. Durch diese offensichtliche Sympathisierung mit ihnen, fanden schließlich rechtsextreme Alt-Nazis wie auch große Teile der "Nicht-Studenten" ihre Bestätigung. Lächerlicherweise kam es sogar, auf einer Demonstration, die vom Berliner Stadtrat dahergehend organisiert wurde, indem er Arbeitern bezahlte Freistellung gewährte um mit zigtausend auf die Straße gegen die Studenten zu gehen, die als faschistische Maoisten beschimpft wurde, die also "Braune in Rot" seien, dazu, dass einer aus ihren eigenen Reihen, der gegen die Studenten demonstrierte, 
aufgrund seiner äußerlichen Ähnlichkeit zu Rudi Dutschke von seinen "Mitstreitern" aufs übelste verprügelt wurde. Eine Verwechslung zwar, die aber die Angst der Bevölkerung vor den "bösen" Studenten widerspiegelt.

Viel gibt es über die 68-er zu berichten, viel haben sie bewegt, doch viel mehr wollten sie erreichen. Nichtsdestotrotz, kann man ihnen nicht nachsagen, dass ihre Vorstellung von gemeinschaftlichem Leben, die auf Freiheit basiert und eine linke ist, unnütze Radikalen waren. Selbst  Sachen, wie die anti-autoritäre Erziehung ihrer Kinder, die sehr zuwider der alten Moralvorstellungen verlief,  war erfolgreich, sind doch 
die meisten der Kinder heute vernünftige Erwachsene, die einen ganz "normalen" Beruf haben und ein ganz "normales" Leben führen, vielleicht ein bürgerliches, aber ganz sicher ein von ihren stolzen Eltern positiv aufgeklärtes beeinflusstes.


Donnerstag, 10. April 2008

Resolution der Kommunarden

Ein relativ bekanntes Gedicht von Bertholdt Brecht, das sich auf die Pariser Commune. Die Pariser Commune war ein spontan gebildete, revolutionäre Pariser Stadtrat vom 18. März 1871 bis 28. Mai 1871 bezeichnet, der gegen den Willen der konservativen Zentralregierung versuchte, Paris nach sozialistischen Vorstellungen zu verwalten. Die Pariser Kommune gilt als Vorbild für die Rätedemokratie.
Das Gedicht wurde neben Hanns Eisler auch von Bands wie "Ton Steine Scherben", "Heiter bis Wolkig" und "Oktoberklub" vertont. Wens interessiert kann ja mal unter den jeweiligen Links reinhören.

Hier das komplette Gedicht von Brecht:

1. In Erwägung unserer Schwäche machtet
ihr Gesetze, die uns knechten soll'n
die Gesetze seien künftig nicht beachtet
in Erwägung,
daß wir nicht mehr Knecht sein woll'n.

Refrain:
In Erwägung, daß ihr uns dann eben
mit Gewehren und Kanonen droht
haben wir beschlossen,
nunmehr schlechtes Leben
mehr zu fürchten als den Tod.

2. In Erwägung, daß wir hungrig bleiben
wenn wir dulden, daß ihr uns bestehlt
wollen wir mal feststell'n,
daß nur Fensterscheiben
uns vom Brote trennen, das uns fehlt.

Refrain ...

3. In Erwägung, daß da Häuser stehen
während ihr uns ohne Bleibe laßt
haben wir beschlossen, jetzt dort einzuziehen
weil es uns in uns'ren Löchern nicht mehr paßt.

Refrain ...

4. In Erwägung, es gibt zuviel Kohlen
während es uns ohne Kohlen friert
haben wir beschlossen, sie uns jetzt zu holen
in Erwägung, daß es uns dann warm sein wird.

Refrain ...

5. In Erwägung, es will euch nicht glücken
uns zu schaffen einen guten Lohn
übernehmen wir jetzt selber die Fabriken
in Erwägung, ohne euch reicht's für uns schon.

Refrain ...

6. In Erwägung, daß wir der Regierung
was sie immer auch verspricht,
nicht trau'n
haben wir beschlossen, unter eig'ner Führung
uns ein gutes Leben aufzubau'n .

In Erwägung, ihr hört auf Kanonen
and're Sprachen könnt ihr nicht versteh'n
müssen wir dann eben, ja das wird sich lohnen
die Kanonen auf euch dreh'n.

Quelle: *klick*